Smalltalk und Flirten

Smalltalk – Gespräch ohne Tiefgang, oder doch?

Wer oder was ist Smalltalk? Einem Smalltalk, oder Alltagsgespräch, widmen wir in der Regel wenig Aufmerksamkeit, oftmals langweilt es uns mehr als uns lieb ist und die Inhalte sind gleich wieder vergessen – zu Unrecht. Was ist der Sinn von Smalltalk? Einfach nur die Langeweile zu überbrücken, Zeit damit totzuschlagen?

Weit gefehlt! Ein guter Smalltalker ist, ist meist beliebt, kennt sich in vielen Dingen, wenn auch nur theoretisch, aus, zeigt Interesse, wird oft eingeladen  und ist ein gern gesehener Gesprächspartner. Und doch weiß man oft über den Smalltalker als Person recht wenig, bis gar nichts. Denn ein guter Smalltalker hat eine andere Einstellung zu einem Gespräch. Für ihn ist ein Smalltalk nicht unbedingt dafür da, Informationen auszutauschen, sondern sein Ziel ist es, dass sich seine Gesprächspartner wohlfühlen.

Er stellt sich nicht wie ein Narzisst in den Vordergrund, erzählt nicht von seinem, für ihn interessantem Leben oder seinem schnellen Flitzer, sondern hört zu. Der Smalltalker hört zu, hält sich mit Ratschlägen und Tipps weitestgehend zurück, schweigt sich über sich selbst aus und stellt Fragen – viele offene Fragen.

Wie funktioniert guter Smalltalk?

Es ist recht einfach, wenn Sie ein paar kleine Dinge berücksichtigen, um ein guter Smalltaker zu werden. Wichtig ist , dass Sie Ihre Einstellung zum Thema Smalltalk ändern. Dies ist recht einfach. Ein Smalltalk ist keine Diskussion über die Evolution oder wie man am besten Krisen in der Welt lösen kann. Fakten sind beim Smalltalk nicht wichtig, sondern ob Sie es schaffen, dass sich z.B. Ihre Gesprächspartnerin, nennen wir sie Lena, gut und verstanden fühlt.

Und das einzige was Sie dafür tun müssen ist, Lena Löcher in den Bauch zu fragen.

Unterschiedliche Fragetypen

Fragen sind nicht gleich Fragen. Es gibt geschlossene Fragen, offene Fragen und rhetorische Fragen. Je nach Situation können Ihnen diese Fragetypen helfen, viele Informationen von Lena frei Haus zu bekommen, ohne dass Sie aufdringlich wirken.

Geschlossene Fragen

Dieser Fragetypus zeichnet sich dadurch aus, dass Lena mit einem Wort antworten kann. Antworten können sein „Ja“, „Nein“, „gut“, „schlecht“ usw. Diese Antworten bringen Sie bei einem Smalltalk nur selten weiter. Typisch geschlossene Fragen:

  • Nach der Ankunft „Wie war der Flug?“ – „Gut“ – Fertig.
  • Zu Hause „Wie war Dein Tag?“ „Bescheiden“ – Fertig
  • Beim Essen ist „Schmeckt es Dir?“ – „Ja“ – Fertig.
  • Nach dem Essen „Recht teuer hier?“ – „Stimmt“ – Fertig.

Ein guter Smalltalker setzt diesen Typ Frage nur sehr selten ein, es sei denn, er will das Gespräch einschlafen lassen.

Rhetorische Fragen

Noch schlimmer als geschlossene Fragen sind rhetorische Fragen. Denn bei rhetorischen Fragen muss Lena nicht einmal antworten.

  • „Wer ist schon perfekt?“
  • „Machen wir nicht alle Fehler?“
  • „Wie viele Menschen müssen noch sterben?“

Nutzen Sie keine rhetorischen Fragen bei einem Smalltalk oder einen Flirt.

Offenen Fragen

Die besten Fragen, um ein angesehener Gesprächspartner zu werden, sind die offenen Fragen. Bevor Sie eine offene Frage stellen, lehnen Sie sich ein wenig nach vorne, sollten Sie auf einem Stuhl sitzen und öffnen Sie Ihre rechte Hand, so, dass Lena Ihre Handfläche sehen kann und machen Sie mit der rechten Hand eine einladende Handbewegung während Sie z.B. fragen:

  • „Kannst Du mir bitte den Unterschied zwischen dem Fischen am Chiemsee und dem Fischen am Bodensee erklären, Lena?“
  • „Welche Sehenswürdigkeiten hast Du in Rom gesehen, Lena?“
  • „Du bist doch Spezialistin, Lena. Wie wechselt man den Reifen eines Fahrrades?“
  • „Über welches Geschenk hast Du Dich letztes Jahr an Weihnachten am meisten gefreut, Lena?“

Mit diesen Fragen bleibt eine Unterhaltung im Fluss, ebbt also nicht ab. Lena fühlt sich gut, dass Sie sie um einen Rat fragen oder sich für ihre Reise interessieren. Auch gefällt es ihr, dass Sie ihren Namen nennen. Denn wann hören wir schon unseren Namen? Richtig, sehr, sehr selten.

Sie erhalten einen Strom an Informationen, denn, sind wir doch mal ehrlich, wem können wir schon einmal etwas über uns erzählen? Niemand hat Zeit, niemand hat Interesse, niemand hört zu.

Und Sie geben Lena endlich die Möglichkeit von sich zu erzählen. Sie fühlt sich gut und wichtig, ihr Ego wird gestärkt. Jetzt könnten Sie vielleicht einwerfen, dass Sie ja nichts von sich und Ihrem Urlaub im 5-Sternehotel in Dubai berichten können. Doch wie würde sich Lena fühlen, wenn sie auf einem günstigen, vom Regen aufgeweichten Campingplatz, in der Toskana ihren Urlaub verbracht hättte? In diesem Falle würde Lena, da sie gut erzogen ist, Sie anlächeln, innerlich minderwertig fühlen und würde Sie als arrogant einschätzen.

Hinhören ist nicht zuhören

Doch was nutzt alle Fragerei, wenn man nicht zuhört, sondern nur hinhört. Setzen Sie sich also nicht mit verschränkten Armen vor Lena, tippen Sie nicht auf Ihrem Smartphone herum, wenn Lena von ihrem Urlaub erzählt und unterlassen Sie es zu gähnen.

Um den Redefluss von Lena am Laufen zu halten, zeigen Sie Interesse. Lehnen Sie sich ein wenig nach vorne und streuen Sie ab und an folgendes ein:

  • „unglaublich“
  • „und wir ging es dann weiter“
  • „das ist wirklich interessant“
  • „wie muss ich mir das vorstellen“

Achten Sie auf Ihre Körpersprache.

Warum Smalltalk?

Fühlt sich Lena wohl, und das wollten Sie erreichen, werden Sie keine Schwierigkeiten haben, Lena zu überreden einem weiteren Treffen zuzustimmen, denn sie fühlte sich Ihrer Gesellschaft wertgeschätzt. Sie konnte alles erzählen, was ihr auf dem Herzen lag, sie bekam keine Ratschläge und wurde auch nicht unterbrochen.

Lena hat mit Ihnen einen „tollen und gesprächigen Abend erlebt, der so richtig interessant war“.

Und Sie haben vielleicht Informationen über Rom oder das Angeln im Mittelmeer erhalten, die Sie bei einem anderen Smalltalk wieder einbinden können.

Angenommen Sie treffen sich einige Tage mit Bernd, einen Angler, und zufällig auch Ihr Chef. Sie können sich mit ihm über das Angeln am Mittelmeer unterhalten, obwohl sie noch niemals dort waren.


Wie man einen guten Small Talk führt Tipps auch zum Flirten


Textname: Smalltalk, Flirten
Hypnose in München

Bildnachweis: S. Hofschlaeger  / pixelio.de

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