Kognitive Verzerrung

Denken will gelernt sein

Kognitive Verzerrung – Wie der Name schon sagt, sind kognitive Verzerrungen, Denkfehler. Diese Denkfehler begehen wir unbewusst, also ohne darüber nachzudenken. Denn das Denken an sich erfordert Energie und Zeit, es erfordert Ressourcen. Da ist es doch einfacher aus dem Erfahrungsschatz bereits gedachte Inhalte, Meinungen und Rückschlüsse abzurufen und diese statt des bewussten Denkens zu nutzen. Es kommt zu einer kognitiven Verzerrung.

Das bewusste Denken wird übersprungen und dennoch schaffen wir es mit vergangenen Rückschlüssen, Meinungen und Denkmustern den Alltag zu bewältigen, ohne denken zu müssen. Praktisch, nicht wahr?

Problematisch wird es jedoch, wenn das automatische und unreflektierte Denken unseren Alltag bestimmt und wir uns das eigentliche Denken abgewöhnen.

Kognitive Verzerrung –  Beispiel

Bestätigungsfehler / Confirmation Bias

Wenn wir etwas glauben oder von etwas überzeugt sind, wird dieser Glaube oder diese Überzeugung mehr und mehr bestärkt, je öfter wir Informationen zum Thema erhalten, die sich mit unserer Auffassung decken.

Auch werden Informationen, die uns in unseren Ansichten bestätigen, stärker gewichtet, als Informationen, die wider unserer Überzeugung sind. Dies passiert auch dann, wenn diese wissenschaftlich fundiert sind. Sich mit unserer Meinung nicht deckende Informationen werden sogar als unseriös eingestuft.

Der Vorteil dieser Vorurteile ist, dass wir schnell zu einer Beurteilung einer Sache kommen, ohne darüber wirklich nachdenken zu müssen. Ohne einer genauen Prüfung der Sache oder von Informationen, unterliegen wir schnell einer Selbsttäuschung und begehen Selbstbetrug, sparen uns aber jede Menge Zeit und Energie.

Fundamentale Attributionsfehler

Wir haben die Tendenz einen Menschen nach einer uns bekannten oder geglaubten Eigenschaft als Ganzes zu beurteilen. So sind alle Finanzbeamten grundsätzlich faul, obwohl wir gar nicht wissen, ob der Mitarbeiter des Finanzamtes, dem wir unfreiwillig unsere Steuererklärung geben, vielleicht ehrenamtlich die Jugendmannschaft unseres Lieblingsvereins trainiert und damit maßgeblich am Erfolg des Vereines beteiligt ist.

Durch Vorurteile fühlen wir uns besser, sparen Zeit und müssen nicht nachdenken

Quod licet Iovi, non licet bovi

Auch bewerten wir ein Missgeschick, welches uns widerfahren ist weniger dramatisch, als wenn dieses Missgeschick einem anderen Menschen passiert. Frei nach „Quod licet Iovi, non licet bovi“ – „Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe.“

Lassen wir ein Glas fallen, so lag es nicht daran, dass wir nicht aufgepasst haben, sondern an äußeren Umständen, die wir nicht zu verantworten haben . Passiert das gleiche Missgeschick einem anderen, so hätte er besser aufpassen können.

Und umgekehrt funktioniert der Effekt ebenfalls. Sind wir erfolgreich, dann sind wir alleine dafür verantwortlich, auch wenn wir von einem Team unterstützt wurden. Ist ein Mitbewerber erfolgreich, dann deshalb, weil er Glück hatte, und wir nicht (selbstwertdienliche Verzerrung).

Siehe auch: Dunning-Kruger-Effekt

 

Textname: Kognitive Verzerrung

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