Primär-Effekt oder Rezenz-Effekt

Der erste Eindruck zählt

Stellen Sie sich einmal zwei potentielle Partner bzw. Partnerinnen vor. Nummer Eins ist intelligent – strebsam – neidisch – eigenständig – cholerisch – eifersüchtig.  Nummer Zwei ist anders, nämlich cholerisch – neidisch – eifersüchtig – eigenständig- intelligent und strebsam. Für welchen der beiden würden Sie sich entscheiden.

Entscheiden Sie sich JETZT – einfach aus dem Bauch heraus.

Die Mehrzahl der Menschen würde sich für Kandidat oder Kandidatin Eins entscheiden und zwar deshalb, weil er bzw. sie intelligent und strebsam ist. Bei genauerem Hinschauen jedoch erkennt man, dass beide Kandidaten die gleichen Attribute haben und sich diese nur in der Reihenfolge unterscheiden.

Müssen wir uns spontan entscheiden, so wirkt der Primäreffekt, also der erste Eindruck. Auch sorgt dieser dafür, dass wir die beiden Kandidaten in bestimmte Schubladen stecken und bewerten. Dies ist energieeffizient. Wir müssen nicht nachdenken und andere Kriterien zur Bewertung heranziehen.

Der Primär-Effekt ist auch wichtig bei Vorstellungsgesprächen, bei Verhandlungen, beim Aufbau von Webseiten, bei der Gestaltung von Flyern, in der Architektur, beim Verfassen von Büchern und natürlich in der Filmbranche.

An was erinnert man sich sehr oft bei einem Film oder einem Buch? – Richtig an den Anfang und an das Ende.

Rezenz-Effekt – Das Ende ist wichtig

Der Rezenz-Effekt ist dem Primär-Effekt gegenläufig. An ihn erinnert man sich mit einer gewissen Distanz zum Ereignis. So kann das Essen in einem Restaurant versalzen gewesen sein, doch der geschenkte Nachtisch wiegt dieses wieder auf, reflektiert man das Essen später.

Daher erinnern wir uns auch an das Ende bei einem Buch oder einem Filmen, an den letzten Kandidaten einer Castingshow, an das Dessert beim Essen, die letzten Tage des Urlaubes usw.

Rezenz-Effekt ist für das private als auch das geschäftliche Miteinander von entscheidender Bedeutung. Erinnerungen an spätere Abschnitte eines Ereignisses, werden höher gewichtet, als Erinnerungen in der Mitte. Daher werden auch in einem Verkaufsgespräch die wichtigsten Argumente am Ende genannt (Reserveargument-Technik).

Primär-Effekt oder Rezenz-Effekt?

Welcher der Effekte ausgeprägter ist, hängt von der jeweiligen Situation ab. Daher sollten beide immer beachtet und entsprechend gewichtet werden.


Wie man einen guten Eindruck hinterlässt – Der Rezenz Effekt


Wenn Sie einen guten Eindruck bei einem Flirt oder Vorstellungsgespräch machen möchten, nennen Sie zunächst Ihre positiven Seiten, dann die weniger günstigen, um dann die Aufzählung mit guten Eigenschaften abzuschließen. In unserem Fall wäre eine gute Reihenfolge strebsam –  eigenständig – neidisch – cholerisch – eifersüchtig – intelligent.

Textname: Primär-Effekt und Rezenz-Effekt.

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