Kognitive-Dissonanz-Reduktion

Wie wir uns die Welt schön reden

Ein Fuchs, der an einem Rebstock hängende Trauben erreichen wollte, scheiterte nach vielen Versuchen. Um die Niederlage nicht eingestehen zu müssen, erklärte der Fuchs hochmütig, „Die Trauben seien noch nicht reif genug gewesen und außerdem möge er die sauren Trauben nicht“.

Gedicht von Karl Wilhelm Ramler

Ein Fuchs, der auf die Beute ging,
fand einen Weinstock, der voll schwerer Trauben
an einer hohen Mauer hing.
Sie schienen ihm ein köstlich Ding,
allein beschwerlich abzuklauben.
Er schlich umher, den nächsten Zugang auszuspähn.
Umsonst! Kein Sprung war abzusehn.
Sich selbst nicht vor dem Trupp der Vögel zu beschämen,
der auf den Bäumen saß, kehrt er sich um und spricht
und zieht dabei verächtlich das Gesicht:
Was soll ich mir viel Mühe nehmen?
Sie sind ja herb und taugen nicht

Dieses Schönreden, man nennt es kognitive-Dissonanz-Reduktion oder Rationalisierung, hilft dabei eine konfliktären Situation nachträglich einen logischen, rationalen Sinn.

Die Kognitive-Dissonanz (lateinisch „cognoscere“ erkennen, erfahren; „dis“, unterschiedlich und „sonare“ klingen) tritt z.B. auch dann ein, wenn wir etwas gekauft haben und nachträglich feststellen, dass das Gekaufte den nicht voll den Erwartungen entspricht oder gar schlechter ist als vergleichbare Produkte. Der Nachteil wird dann als Vorteil uminterpretiert. „Es ist gut, wenn das Auto nicht so schnell fährt, denn das erhöht die Sicherheit“.

Das Störgefühl, welches nicht in unsere Anschauung der Welt passt und unseren Auffassungen widerspricht muss mittels Rationalisierung rasch umgedeutet werden, damit wir wieder in „unserer“ Harmonie leben können.

Textname: Kognitive-Dissonanz.

 

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