Verantwortungsübertragung auf den Therapeuten

Erwartungen von Klienten

»Machen Sie mir bitte mein Problem weg.« Mit dieser oder ähnlichen Erwartungen beginnen Klienten oder Patienten oftmals eine Therapie und versuchen damit die Eigenverantwortung für ihr Handeln auf den Therapeuten abzuwälzen. Dem Therapeuten hingegen ist bewusst, dass eine Veränderung im Denken und Handeln nur im Klienten selbst durchgeführt werden kann. Dazu stehen eine Vielzahl von Methoden zur Verfügung, bis hin zur Konfrontationstherapie.

Wenn man die Komfortzone nicht verlassen will

Erkennt der Klient seine Selbstverantwortung und ändert seine Denkstruktur und sein Handeln, steht einem erfolgreichen Ergebnis einer Therapie nichts im Wege. Geschieht dies jedoch nicht, weil ein wirklicher Veränderungswunsch nicht vorliegt und mögliche Krankheitsgewinne im Vordergrund stehen, ist ein Therapeut machtlos und der Klient enttäuscht oder fühlt sich bestätigt, dass er nichts gegen sein Problem unternehmen kann und diesem hilflos ausgeliefert ist.

Klienten, die in einer depressiven Episode einen Therapeuten aufsuchen, jedoch nicht die Depression behandeln lassen wollen, sondern das daraus resultierende kompensierende Verhalten (Essstörungen, Rauchen, Genuss von Alkohol,… ), wollen oftmals nicht die Ursache des schädigenden Verhaltens erkennen oder therapieren lassen. Denn hierfür müssten, wenn auch nur leichte Veränderungen, in das eigene Leben Einzug halten. Es kann jedoch bequemer sein Bekanntes aufrecht zu erhalten, statt die eigene Komfortzone zu verlassen. Dies kann darin zu begründet sein, dass Veränderungen auch Gefahren bergen können, die man nicht kennt.

Komfortzone und Hypnosetherapie

Besonders bei Kurzzeittherapien, wie bei der Hypnosetherapie, bei der wenige Sitzungen zum Ziel führen können, kann es problematisch sein, das Aufweichen der Komfortzone zu erreichen, wenn der Veränderungswunsch im Klienten gering oder nicht vorhanden ist.
So besteht durchaus die Möglichkeit Nichtraucher in einer Sitzung mittels Hypnotherapie zu werden. Viele Hypnotherapeuten und Klienten haben diese Erfahrung machen dürfen. Dabei kommen unterschiedliche Vorgehensweisen der Hypnotherapie zum Einsatz, manchmal in einer, machmal in mehreren Sitzungen. Doch auch hier ist das Streben nach Verlassen der Komfortzone und eigenverantwortliches Verhalten des Klienten Grundvoraussetzung. Ist dies nicht gegeben ist die Enttäuschung im Klienten groß.

Verantwortungsübertragung auf den Therapeuten

Therapeuten sollten Klienten darauf aufmerksam machen, dass sie keine Wunderheiler sind, sondern versuchen Prozesse im Klienten anzustoßen, damit dieser selbst eine Änderung im Handeln und im Denken herbeiführt. Hätte ein Therapeut die Möglichkeit verändertes Verhalten im Klienten eigenständig zu aktivieren, wäre ein einhundertprozentiger Therapieerfolg gegeben. Aber genau dies kann nicht funktionieren, auch wenn dies vom Klienten sehr oft erwartet wird. Am Ende ist und bleibt der Klient für sich selbstverantwortlich.

Erwartungshaltung von Klienten

Durch Mundpropaganda, Vorträge und öffentliche Bewertungen, die die Erfolge von Therapeuten beschreiben, werden diese, ob sie es nun wollen oder nicht, oftmals als unfehlbar eingestuft. Vergessen wird jedoch oftmals dabei, dass dies mitnichten so ist und auch nicht sein kann, da Therapeuten maximal Anregungen und Tipps mit dem ihnen zur Verfügung stehenden Methoden geben können – die Veränderung darf letztendlich der Klient selbst durchführen.

Textname: Verantwortungsübertragung auf den Therapeuten.

1 Antwort
  1. Stefanie sagt:

    Ich bin von Herr Eckardt sehr positiv beeindruckt.
    Wir kamen in der ersten Sitzung auf den Punkt. Er gab mir sehr gute Tips mit auf meinen Weg, die ich täglich beachte und umsetze , weil ich das will und nicht muss! :-)
    Das Beste: wenn ich nachts aufwache, höre ich mir seine Hypnose-Meditation an und…….. Ich schlafe wieder ein, tief und fest!!!!!!! Just great!!!!! Danke Herr Eckardt

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