Es mutet oftmals befremdlich an, wenn eine Wahrsagerin in ihre Glaskugel blickt und glaubt in die Zukunft sehen zu können. Ebenso aussagekräftig war es, als der Nasenbär Pablo während der WM Siege der deutschen Nationalmannschaft vorausgesagt hatte. Im Zuschauer wurde vermutlich nur ein müdes Lächeln hervorgerufen und der Glaube an das Gesagte wäre gering, denn es ist bekannt, dass der Zufall bei dem Zustandekommen der getätigten Aussagen eine große Rolle spielt.

Auch Sie sind ein Nasenbär

Wann sind Sie das letzte Mal in die Rolle des Nasenbärs geschlüpft? Was war Ihre letzte Voraussage, von der Sie 100% überzeugt waren, sogar wussten, dass ein zukünftiges Ereignis Ihren Vorstellungen entsprechend eintreten würde, und es sich dann anders präsentiert hat? Vielleicht ist es auch so gekommen, wie Sie es vermutet haben. Dies war jedoch vermutlich deshalb so, weil die statistische Möglichkeit die eine oder andere Variante hat eintreten lassen, nicht weil Sie das Resultat gewusst haben. Würden Sie in die Zukunft schauen können, wüssten Sie, was in den nächsten Tagen passiert, Sie könnten auch die Lottozahlen am Wochenende voraussehen, sich ein schickes Haus und ein schnelles Auto leisten. Doch in die Zukunft können nur wenige Menschen blicken. Alois Irlmaier soll diese Gabe gehabt haben – er war Hellseher (https://de.wikipedia.org/wiki/Alois_Irlmaier).

Erfahrung spiegeln die Zukunft wieder

Ein zentraler Bestandteil unseres Handelns beruht auf Erfahrungen. Menschen projizieren Gelerntes auf die Zukunft, ohne zu erkennen, dass zwischen Vergangenem und Zukünftigen Erfahrungen gesammelt wurden, denn zwischen Vergangenheit und Zukunft befindet sich eine Zeitschiene auf der wir uns ständig bewegen. Dies gibt uns die Möglichkeit Neues erlernen zu dürfen und uns weiter entwickeln zu können.

Tepperwein sagte einmal „Das Leben ist wie die Schule, nur schwänzen kann man nicht„.

Wenn Sie erkennen, dass Sie ein Problem, welches Sie vielleicht in der Vergangenheit hatten, nicht oder nur ungenügend lösen konnten, in der Zukunft wieder aufkommt, dann könnte der Schlüssel zum Lösen des Themas darin liegen, dass Sie in der Vergangenheit zu wenig aus der Problemstellung gelernt oder sich einer Lösung verschlossen haben, denn sonst würde dieses Problem nicht mehr existieren oder Sie hätten eine Strategie Gelerntes in die Herausforderung einfließen zu lassen.

Vermeidungshaltung gegenüber Problemen

Werden Probleme ignoriert, entwickeln wir uns nicht weiter. Das Thema taucht immer und immer wieder auf, kann in seiner Intensität sogar verstärkt wahrgenommen werden. Meist dauert dieser Prozess so lange, bis wir uns des Themas annehmen, einen Lösung finden und uns damit weiterentwickeln. Wer sich einem Thema nicht stellt, wird merken, dass es einen immer wieder in verschiedenen Variationen einholt, es lässt uns nicht los. Basierend auf dieser Regel, man kann fast sagen Naturgesetz, erlauben wir es uns die Zukunft vorauszusagen. In Wirklichkeit sind es die eigenen Unzulänglichkeiten, die alte Aufgabenstellungen immer und immer wieder aufkommen lassen.
Daher ist eine Vermeidungshaltung gegenüber Themen wenig sinnvoll.

Bildnachweis: Guido Farina@freeimages.com

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