Wenn Führungskräfte wegen unmotivierter Mitarbeiter ratlos sind

Oftmals werde ich von Führungskräften gefragt, wie man mit Mitarbeitern umgehen sollte, die unmotiviert sind. Eine pauschale Antwort, ein Rezept oder eine Reparaturanleitung kann ich niemand präsentieren, denn schließlich arbeiten wir mit Menschen und (noch) nicht mit Robotern zusammen.

Motivation ist keine Einbahnstrasse

Motivation ist keine Einbahnstrasse, kein „der andere muss sich ändern, und ich kann bleiben, wie ich bin“ – Weg. Vielmehr bedingt Motivation eine beiderseitige Veränderung.

Wenn ich mich ändere, ändere ich mein Umfeld

Versuch:
Stellen Sie sich einer Person Ihres Vertrauens gegenüber und bitten Sie diese, die Hand anzuheben und Ihnen die Handfläche flach zu präsentieren (Indianergruß).

Hand

amr HASSAN @freeimages.com

Drücken Sie nun Ihre Hand gegen die Hand der anderen Person. Erhöhen Sie sanft den Muskeltonus. Nahezu gleichzeitig beginnt Ihr Trainingspartner auch den Muskeltonus seiner Armmuskulatur zu erhöhen.

Beiderseitig steigt die Anspannung der Muskulatur. Reduzieren Sie nun den Druck langsam. Ihr Partner wird es Ihnen gleichtun.

Was bedeutet dieser simple Versuch für Ihr Leben?
Nur wenn Sie sich ändern, ändern sich azch andere Menschen!

 

In ERWARTEN steckt WARTEN – Niemand ändert sich für Sie

Erwarten Sie nicht, dass sich andere Menschen für Sie ändern. Überlegen Sie einmal wieviele Menschen sich für Sie während Ihres Lebens geändert haben – Niemand! Und sehen Sie sich das Verb „erwarten“ einmal genau an. Wenn Sie „warten“ wird nichts passieren. Sie haben nicht die Kontrolle, sondern warten auf eine Aktion eines anderen statt selbst aktiv zu werden. Sie beeinflussen durch Ihr Handeln und Denken Ihre Umwelt, Ihre Mitarbeiter, Ihr privates Umfeld und letztendlich sich selbst.

Selbstwahrnehmung

Was genau löst es in Ihnen aus, wenn Ihre Mitarbeiter sich nicht so verhalten oder das gleiche fühlen, wie Sie es gerne hätten?

Was löst „ES“ in Ihnen aus?

  • ES stört mich, wenn meine Mitarbeiter unmotiviert sind!
  • ES stört mich, wenn meinen Anweisungen nicht Folge geleistet wird!
  • ES stört mich, wenn Mitarbeiter sich nicht so verhalten, wie ich es als deren Vorgesetzter gerne hätte!

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wer oder was ES ist? Benennen Sie das ES.

Ist das ES Wut oder Ärger? Woher kommt das ES? Weil Sie nicht die Kontrolle über eine Situation oder die Mitarbeiter haben? Woher rührt dieses Kontrollbedürfnis, woher kommt das Gefühl? Ist ES vielleicht das Gefühl der Angst? Der Angst zu versagen? Ist das ES das Gefühl der Hilflosigkeit, der Ohnmacht, des Stresses, des Neids? Oder vielleicht etwas ganz anderes?

Motivation und Führungskompetenz ist keine Einbahnstraße, wenigstens zwei Menschen sind involviert, wenn es um sinnvolles Zusammenleben und effektive Zusammenarbeit geht.

Fremdwahrnehmung

Versuchen Sie sich in die Situation Ihrer Mitarbeiter, Kollegen Ihres Partners zu versetzen. Setzen Sie sich bequem auf einen Stuhl und schließen Sie die Augen. Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Welchen Eindruck mache ich auf mein Umfeld?
  • Wie spreche ich die Mitarbeiter an?
  • Können Sie meine Ziele, sofern vorhanden, überhaupt nachvollziehen?
  • Haben Sie genug Informationen erhalten?
  • Sind sie aufgrund ihrer Qualifikation überhaupt in der Lage meine Anforderungen zu verstehen?
  • In welchem Ton spreche ich mit den Mitarbeitern?
  • Bin ich empathisch?
  • Drohe ich?

Autoritär oder kollegial?

Wenn man sich überlegt, wie man wirkt, was man ausstrahlt oder gerne ausstrahlen möchte kann man erkennen in welchem Bereiche der eigenen Führung Defizite herrschen. Hat man einen autoritären Führungsstil werden Untergebene Arbeit nach Vorschrift machen – und auch nicht mehr.
Pflegt man einen kollegialen Führungsstil kann es passieren, dass man nicht mehr ernst genommen wird, da die Distanz der Hierarchieebenen verblasst. Eine gesunde Mischung kann hier Abhilfe schaffen.

Pflegen Sie eine Mischung aus kollegialem und autoritären Führungsstil.

In Businesscoachings, können wir Ihnen gerne aufzeigen, wie man Mitarbeiter motiviert, sich selbst erkennt, eigene Unzulänglichkeiten ablegen kann, um sich und sein Umfeld zu verändern. Sprechen Sie uns an!

Bildnachweis: Pierre Amerlynck @ freeimages.com