Das Ziel ist der Weg, nicht die Flucht

Dieses und ähnliche Sprichworte kennen wir aus unserem Alltag. Nutzen wir sie, zeigen wir, zu welchen Handlungen wir fähig sind oder sein könn(t)en Besonders diese Lebensregel sagt viel über unsere eigene Motivation und Eigenverantwortung aus.

Haben wir ein attraktives Ziel ausgemacht, also ein Ziel welches mit positiven Emotionen belegt ist, gibt es nur selten etwas, was uns vom Erreichen des Zieles abhalten kann oder wird. Negativ besetzte Ziele, man denke an die Einkommenssteuererklärung, für deren Erstellung man viel Zeit aufwenden werden muss, um anschließend noch Steuern zu bezahlen, werden gerne auf die lange Bank geschoben (Prokrastination). Wirre Ausreden dienen als Entschuldigung, nur um die unangenehme Arbeit nicht durchführen zu müssen. Bei attraktiven Zielen, übergehen wir gerne Einwände und rechtfertigen es mit Schein-Argumenten.

Wir entscheiden, ob ein Ziel positiv oder negativ ist. Sind wir uns dessen bewusst bzw. erkennen, wir dass jedes Ziel erst durch unsere Bewertung erstrebenswert oder unangenehm wird, dann können wir lernen  weniger angenehme Aufgaben mit positiven Gefühlen zu besetzen. Manchmal reicht hier nur eine kleine Veränderung im Denken, also in der Sichtweise auf das Ziel.

Kognitive Veränderung bei Gewichtsreduzierung

Klienten suchen mich in meiner Praxis auch zur Gewichtsreduzierung auf. Die Vielzahl hat die Einstellung „x KG Gewicht verlieren zu müssen„. Die Verben „müssen“  und  „verlieren“ sind schon von Haus aus negativ. Ferner steht auch nicht die, mit dem Zielgewicht verbundene, erhöhte Lebensqualität im Vordergrund, sondern der angebliche Verzicht auf die wohlschmeckenden, meist ungesunden Speisen.

Wird das Zielgewicht hingegen mit positiven Emotionen verknüpft, meist kommt dabei eine leichte Trance zum Einsatz, und formuliert man die Herausforderung in „Ich kann x KG ablegen, um mein Zielgewicht und eine höhere Lebensqualität zu erreichen“ um, ändert sich sofort die Einstellung zum Ziel. Es ist plötzlich erstrebenswert. Hindernisse und Probleme lösen sich wie von selbst auf.

„Hinzu ist“ ein Ziel, „weg von“ ein Problem

Wir denken nahezu immer problemorientiert statt zielgerichtet. Statt positiver Formulierungen „Ich möchte dieses Ziel in der und der Zeit erreichen„, haben sich destruktive Denkstrukturen wie „Ich will das Problem nicht mehr haben“ in vielen Menschen manifestiert. Wenn man nicht weiß, wohin die Reise gehen soll, kann man ein Problem nicht lösen.

Tipp zur Zielfindung

Stellen Sie sich vor, Sie sagen zu einem Fahrscheinverkäufer der Bahn „Ich weiß nicht wohin ich möchte, ich habe kein Reiseziel, aber ich will weg aus dieser Stadt“ – Der freundliche Mitarbeiter könnte Ihnen so lange keinen Fahrschein ausstellen, bis Sie wissen, wo Ihre Reise hingehen soll. Genauso ist es auch im Leben – Kein Ziel, kein Fahrschein.

Vielleicht möchten Sie sich die nächsten Tage oder Wochen überlegen, welches Ihre Ziele sind. Es gibt berufliche Ziele, Ziele in der Partnerschaft, usw. Achten Sie darauf, dass Sie sich für eine Entscheidung maximal 4 Wochen Zeit nehmen. Definieren Sie ein festes Startdatum und treten Sie die Reise auch an.

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Textname: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg