Achtsamkeit kann man lernen und das Alltagsbewusstsein reduzieren

Früher oder später stellen wir uns die Frage nach dem Sinn des Lebens. Formulierungen können folgende sein:

  • Wer bin ich?
  • Welchen Sinn hat mein Leben?
  • Was habe ich erreicht?
  • Was werde ich hinterlassen?
  • Wird sich jemand nach meinem Tod positiv an mich erinnern?
  • Habe ich mein Leben gelebt?

Wir leben meist oberflächlich in den Tag hinein und erkennen irgendwann, dass das Leben endlich ist. Der einzige Mensch sind Sie, der Ihrem Leben einen Sinn geben kann. Diese Erkenntnis kann durchaus in einer Depression enden. Plötzlich wird uns bewusst, was wir alles nicht unternommen haben und das Vergangenes nicht wiederholt werden kann.

Hilfreich kann es sein, wenn wir uns bewusst Gedanken über den vergangenen und den nächsten Tag machen.

  • Was habe ich erlebt?
  • Woraus kann ich lernen?
  • Welchen Menschen darf ich dankbar sein?
  • Wie gestalte ich den morgigen Tag?
  • Wem darf ich Dankbarkeit entgegenbringen?
  • usw.

Ende des Alltagsbewusstseins

Stoppen Sie die Lethargie des Alltagsbewusstseins, in welcher Sie sich die meiste Zeit des Tages befinden. Sie sind ihr nicht ausgeliefert, sondern haben sich selbst entschieden Ihren Tagesablauf von Alltagsbewusstsein diktieren zu lassen. Statt sich diesem hinzugeben, kann Aufmerksamkeit an seine Stelle treten. Seien Sie aufmerksam, erfreuen Sie sich auch an den kleinen Dingen des Lebens – erfreuen Sie sich, wenn Sie angelächelt werden, wenn Sie die Vögel singen hören, über den Kuchen, welchen Sie mit Ihrer Familie genießen.

So lange wir gesund sind ist alles selbstverständlich

Sind wir körperlich Gesund, nehmen wir viele Dinge als selbstverständlich hin. Den Einkauf  im Supermarkt, das Autofahren, Mobilität, den Toilettengang alleine durchführen zu können, das Augenlicht usw. Stattdessen beschweren wir uns über den Stau auf der Straße, sind genervt von der Hitze des Sommers, schimpfen über den Schnee und die verschneiten Straßen im Winter. Wir schätzen die Möglichkeiten des Lebens nicht wert.

Wie eine Krankheit unsere Achtsamkeit verändern kann

Eine schwere Krankheit oder ein Trauma sind schwere Einschnitte im Leben eines Menschen. Gewohnte Abläufe ändern sich, Prioritäten werden neu definiert, die innere Achtsamkeit steigt und eine Wesensveränderung und eine Persönlichkeitsveränderung können auftreten. Nicht selten ist das Umfeld mit diesen neuen Sichtweisen überfordert. Die neue Lebenseinstellung kann temporär sein, sich im Laufe der Zeit abschwächen, sie kann jedoch auch in eine radikale Veränderung des Lebens münden.

Vor geraumer Zeit hat der Sportvorstand des FC Bayern Münchens, Matthias Sammer, die Zusammenarbeit mit dem FC Bayern beendet. Wer Sammer kennt, weiß, dass er mit Leib und Seele Fußballspieler, Trainer und Manager war. „Your body belongs to the company“ – Nach diesem Motto lebte er und vergaß dabei die wichtigen Dinge im Leben. Nach einem leichten Schlaganfall, bei dem er viel Glück hatte, hat sich seine Lebenseinstellung nun geändert.

Karl-Heinz Rummenigge: „In den vielen Gesprächen mit Matthias habe ich verstanden, dass er in seiner Auszeit in den vergangenen Monaten eine andere, eine neue Einstellung zum Leben eingenommen hat. Er setzt nun andere Prioritäten und dazu passt die Tätigkeit beim FC Bayern nicht mehr“. (Quelle FC-Bayern)

Ich selbst, der Autor dieses Beitrages, brach mir vor einigen Jahren zwei Halswirbel. In einer sechsstündigen Notoperation wurde meine Gesundheit im Klinikum Rechts der Isar wiederhergestellt. Vielen Dank an Prof. Meyer, der mich vor einem Leben im Rollstuhl mit Querschnittlähmung ab dem Hals bzw. dem Tod bewahrte. Nichts ist seitdem mehr wie früher, das Leben hat eine Wendung genommen. Weg von der Überholspur, hin zur inneren Achtsamkeit.

Tipps zur inneren Achtsamkeit

Erstellen Sie einmal pro Woche eine Liste der Dinge, die Sie in den letzten sieben Tagen erreicht haben. Schreiben Sie alles nieder. Dies können auch Situationen sein, in denen Sie sich gut gefühlt oder positive Rückmeldungen erhalten haben. Dabei muss es sich nicht um „weltbewegende Dinge“ handeln.
Lassen Sie sich diese Liste von einem Menschen Ihres Vertrauens langsam vorlesen. Nutzen Sie die „Ich-Form“ oder die „Du-Form“, je nachdem, welche für Sie angenehmer ist.

  • Ich habe einen tollen Kuchen gebacken
  • Meiner Enkelin habe ich ein neues Spielzeug gekauft, über das sie sich gefreut hat
  • Ich habe mit meiner Familie einen schönen Grillabend verbracht
  • In meinem Beruf erhielt ich Lob
  • usw.

Wenn Sie wissen möchten, wie Sie Ihre Liste erstellen, oder Interesse an einem Coaching in meiner Praxis haben, setzen Sie sich mit mir in Verbindung.

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Bildnachweis:  Abdulhamid AlFadhly @ freeimages.com