Kann man Ängste mit Hypnose auflösen? Hypnosetherapie

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Ängste mit Hypnosetherapie auflösen

Es klingt verlockend sich einfach Probleme und Ängste weghypnotisieren zu lassen. Doch geht das überhaupt? Die Antwort auf die Frage ist ein klares Jaein.

Zunächst sind Ängste etwas Sinnvolles. Sie beschützen uns und sorgen für eine erhöhte Aufmerksamkeit und Konzentration besonders in Gefahrensituationen. Ist das Angstempfinden jedoch störend und erkennen Betroffene, dass die Angstintensität unverhältnismäßig ist, besteht die Möglichkeit eine Angststörung mit Hypnose zu behandeln.

Selbstverantwortliches Handeln

Zum therapeutischen Fortschritt ist ein selbstverantwortliches Handeln des Klienten notwendig. Ein Hypnotiseur kann eine Angst nicht wegzaubern. Er kann dabei unterstützend wirken die angstauslösenden Mechanismen mit neuen positiven Emotionen zu verknüpfen. Es wäre auch erschreckend, könnte man die Psyche eines Menschen mit wenigen Suggestionen wie „Deine Angst ist von nun an weg …“ umprogrammieren.

Hypnosetherapie – Kurzzeittherapie

Mit Hypnose können konkrete Zielzustände oftmals in kurzer Zeit erreicht werden. Dies gilt bei der Bewältigung von Ängsten, Schmerzen und psychosomatischen Erkrankungen. Es kann bei einer Hypnosetherapie zu einem kürzeren Therapieprozess im Vergleich zu anderen Therapiemethoden kommen. Eine Garantie kann jedoch kein Therapeut geben.

Zwischen dem Therapeuten und dem Klienten ist ein vertrauensvolles Verhältnis zwingend notwendig. Die Aufklärung über die Therapie und Vorgehensweise ist unerlässlich. Auch spielen andere Faktoren, wie der primäre und sekundäre Krankheitsgewinn eine wichtige Rolle. Ein ausgeprägter Krankheitsgewinn, also eine positiver Effekt der Krankheit, kann hinderlich beim Lösen eines Themas sein.

Hypnosetherapie ist mehr als nur Symptombekämpfung

Bei richtige angewandter Hypnosetherapie stehen nicht nur die Symptome im Fokus der Behandlung, sondern vielmehr deren Ursache. Hat ein Mensch wenig Selbstbewusstsein, kann sich dies als Eifersucht, Redeangst (soziale Phobie) oder einer anderen Störung bemerkbar machen. Durch das Bekämpfen dieser Auswirkungen kann zwar jede einzelne nur noch als gedämpft wahrgenommen werden, die Behandlung wird jedoch nicht nachhaltig sein. Zielführender ist eine Behandlung der Ursache vorzunehmen. Ist ausreichend Selbstbewusstsein vorhanden, besteht die Möglichkeit der Auflösung andere Symptome.

Nicht nur das Symptom ist wichtig

Bei einer Hypnotherapie sind die psychosozialen Aspekte ebenso zu berücksichtigen, wie Vorerkrankungen eines Klienten. Die psychosozialen und psychodynamischen Faktoren sind der zentrale Kern Hypnosetherapie. Werden sie missachtet oder nicht entsprechend gewürdigt, wird das Ziel der Hypnotherapie nicht erreicht werden.

Permissive oder direktive Hypnotherapie

Die direktive Hypnose ist die klassische Form. Sie gibt dem Klienten Richtungen vor, ohne  Angebote zu unterbreiten und ist daher in Misskredit gekommen. Die permissive Hypnotherapie lässt dem Klienten eine Wahl zwischen mehreren Möglichkeiten. Sie ist weniger direkt. Beide Formen haben sowohl Vor- als auch Nachteile. Ein erfahrener, gut geschulter Hypnotherapeut weiß in welchen Fällen er permissiv oder direktiv arbeitet. Sind zuviele Möglichkeiten vorhanden, so kann es auch zu einer Ablehnung der Suggestionen kommen. Dies ist besonders dann zu beobachten, wenn Klienten Angst vor Entscheidungen haben. Auch Milton Erickson, der Gründer der modernen Hypnotherapie, sprach sich dafür aus, das therapeutische Vorgehen auf das individuelle Weltbild des Klienten abzustimmen.
Leider gibt es immer wieder Hypnotherapeuten, die starr an einer der beiden Vorgehensweise festhalten, nicht in der Lage sind sich auf den Klienten einzustellen und es ablehnen beide Methoden zu kombinieren.

Hypnotherapie und Nachhaltigkeit

Im Vergleich zu anderen Therapieformen, bei denen versucht wird über das bewusste Denken das Unterbewusstsein zu beeinflussen, erlaubt die Hypnosetherapie mit Suggestionen im Zustand der Trance das Unterbewusstsein direkt anzusprechen. Das kritische Denken wird dabei umgangen. Dies erleichtert die Änderungen von Prozessen im Denken und Fühlen der Klienten. Dennoch ist eine Behandlung mit Hypnose kein Psycho-Quickie, sondern eine beschleunigte Therapieform, die auch ihre Zeit in Anspruch nimmt. Ist ein Klient bereit alte Denkmuster abzulegen und neue Wege zu gehen, kann eine Hypnotherapie langfristig erfolgreich sein.

 

Bildnachweis: Ryan Provencher @ freeimages.com

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2016-11-23T09:25:33+00:00 Von |Kategorien: Allgemein, Angst, Coaching|0 Kommentare

Über den Autor:

Ulrich Eckardt
Staatlich geprüfter Heilpraktiker (Psychotherapie) Mentaltrainier, Autor, Coach,NLP-Master (DVNLP)

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