Ängste überwinden – Tipps bei Prüfungsangst

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Wenn Prüfungsangst die Noten bestimmt

Wer kennt nicht die Situationen, in denen Ängste uns daran hindern normal zu agieren, zu denken oder Wissen abzurufen?

Prüfungsangst

Es gibt Menschen, denen einfach alles zufällt. Sie können enormes Wissen binnen weniger Tage anhäufen und dies während einer Prüfung mit Leichtigkeit abrufen. Bei anderen hingegen breitet sich während des Lernens ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend aus, welches sogar  lähmen kann. Statt konzentriert zu zu büffeln, werden unsinnige Tätigkeiten durchgeführt, nur um sich nicht mit dem eigentlichen Thema befassen zu müssen. Ist dennoch genug Wissen gespeichert, kann es in der Prüfungssituation zum Totalausfall des Denkens kommen.

Worin unterscheiden sich diese Menschen?

Sind diese Menschen, die keine oder eine reduzierte Angst während einer Prüfungssituation haben, genetisch besser ausgestattet? Vielleicht liegt es auch an der inneren Einstellung.

Woher kommt Prüfungsangst

Ängste werden uns im Laufe der Zeit anerzogen oder wir suggerieren sie uns selbst. „Ich kann nichts lernen“, „Ich kann mir nichts merken“, „Ich habe Angst zu versagen“, „Während einer Prüfung wird mir immer schlecht“. Dies sind alles Glaubenssätze. Basierend auf diesen erzeugen wir unsere Realität und beeinflussen mit ihnen unseren Körper und die Psyche, das eigene Denken und Handeln.

Alleine die Vorstellung einer Situation reicht aus, um unangenehme Gefühle entstehen zu lassen:
Angenommen Sie haben Angst öffentlich zu sprechen. Sie befinden sich dabei übrigens in guter Gesellschaft. Rund 45% der Bundesbürger leiden auch unter Redeangst. Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich vor, sie müssten in wenigen Minuten eine Rede halten. Im Auditorium sitzen Menschen und warten auf Sie. Ihnen gebührt die volle Aufmerksamkeit. Sie treten auf die Bühne oder gehen in den Vortragsraum. Sie spüren die Blicke der Menschen auf Ihrem Körper, das Herz beginnt zu rasen, der Blutdruck steigt und Ihr Gesicht errötet. Unsicher stolpern Sie zum Rednerpult oder vor eine Tafel. Vermutlich haben sie weiche Knie. Das logische Denken setzt ganz oder teilweise aus.
Öffnen Sie wieder die Augen.

Diese kleine Imaginationsübung genügt, damit wir uns gut oder eben schlecht fühlen. Dabei befinden wir uns nicht einmal in der Situation! Je öfter wir uns etwas vorstellen, gleich ob positiv oder negativ, desto mehr manifestiert sich der Glauben, die Situation werde auch so eintreten.

Glaubenssätze und Prüfungsangst

Nehmen Sie einen kleinen, stabilen Gegenstand in Ihrer Reichweite. Heben Sie ihn hoch, um ihn anschließend loszulassen. Was passiert? Er fällt durch die Erdanziehungskraft nach unten. Dies war vorhersehbar, passiert überall auf der Welt. Es handelt sich hierbei um Wissen.

Glauben hingegen ist etwas anderes. Nur weil Sie in einem Supermarkt in der Vergangenheit Butter kaufen konnten, bedeutet dies nicht, dass Sie auch heute Butter dort erwerben können. Sie glauben es höchstens. Vielleicht ist die Butter ausverkauft?
Wenn Sie über eine grüne Ampel fahren, dann glauben Sie, dass für die anderen Verkehrsteilnehmer die Ampel auf Rot geschaltet ist und die Autos auch stehen bleiben. Wissen tun Sie es nicht.
Wenn Sie einen Beruf ausüben, glauben Sie am Monatsende Ihr Gehalt zu beziehen. Ob das auch diesen Monat so sein wird, wissen Sie nicht. Die Firma kann Zahlungsschwierigkeiten haben oder eine Computerpanne verhindert den Geldtransfer.
Diese Glaubenssätze sind gut und positiv. Denn basierend auf dem Glauben können Sie sich orientieren, Ihre Zukunft planen, Verträge abschließen. Nahezu Ihr gesamtes Handeln, unser Gesellschaftssystem basieren ausschließlich auf Glauben.
Destruktive Glaubenssätze haben die gleiche Macht. Wir glauben, dass wir Prüfungsangst haben, also wird es auch so sein. Sie glauben etwas zu wissen, vorhersagen zu können, was bis dato nicht eingetreten ist, nämlich Ihr emotionales Befinden in der gewissen Prüfung! Glückwunsch! Es mag sein, dass Sie in der Vergangenheit Prüfungsangst hatten. Diese Erfahrung rechtfertigt jedoch nicht die Annahme eines erneuten Aufkommens der Angst bei zukünftigen Prüfungen.

Woher kommen Glaubenssätze

Glaubenssätze entstehen meist in einem Alter bis zu 10 Jahren, also in der ersten Dekade unseres Daseins. Von den Eltern oder anderen Bezugspersonen werden sie uns eingetrichtert. Wir werden geprägt. Daher verhalten wir uns später wie unsere Eltern, haben die gleichen oder ähnliche Werte und oftmals die gleichen Ängste. Auch wenn eine spezifische Angst nicht direkt vermittelt wurde, kann sie eine Variante einer anderen darstellen. Wurde uns über Jahre in der Kindheit erzählt, dass wir dumm seien, so glaubten wir das irgendwann. Und natürlich bestehen dumme Menschen keine Prüfung. Vielleicht waren Eltern unfehlbare Vorbilder und standen für Sie mit Gott auf einer Stufe. Sind wir nun erfolgreicher, würde dieses Bild nicht mehr stimmen. Niemand darf besser sein, usw. Wir wurden eingeschränkt im Denken und Handeln, glauben heute noch an Grenzen, die wir nicht überschreiten dürfen oder können. Diese Grenzen bestehen nur in der Vorstellung, sie existieren nicht wirklich.

Sie haben keine Angst vor einer Prüfung, Ihnen kann dort nichts passieren.
Sie haben nur Angst vor der Angst!

Auflösen von Glaubenssätzen

Natürlich können Sie sich in therapeutische Behandlung begeben. Sie können auch drei wunderbare Methoden zu Hause anwenden, die sich gegenseitig ergänzen. Zwei von ihnen wirken langfristig, die dritte Übung führen Sie in einer akuten Stresssituation durch.

Macht das Sinn?

Angenommen Angst kommt beim Lernen, vor oder während der Prüfung auf. Fragen Sie sich, ob es Sinn macht, dass ausgerechnet jetzt die Prüfungsangst sie daran hindern möchte zu lernen oder die Prüfung zu bestehen? Es macht keinen Sinn. Erlauben Sie sich Ängste zu fühlen, arbeiten Sie nicht dagegen, denn je mehr Sie gegen sie arbeiten, desto stärker werden die Angstgefühle. Lassen Sie hingegen die Angst gewähren und hinterfragen Sie deren Sinnhaftigkeit, verliert die Angst an Intensität. Die Frage, die Sie sich stellen können heißt „Macht das Sinn, dass ich die Angst fühle“. Beantworten Sie die Frage mit einem klaren „JA“ oder „NEIN“. Alle anderen Antworten sind irrelevant! Sie können diese Technik auch bei anderen Gelegenheiten trainieren:

  • „Macht es Sinn, dass ich mich aufrege, weil der Bus zu spät kommt“ – Nein, es macht keinen Sinn, denn nur weil Sie Adrenalin ausstoßen kommt der Bus nicht früher.
  • „Macht es Sinn, dass ich mich sauer bin, da ich keinen Parkplatz finde?“ – Nein, es macht keinen Sinn. Glauben Sie, Sie finden schneller die Möglichkeit Ihr Fahrzeug abzustellen nur weil Sie fluchen?
  • „Macht es Sinn, dass ich mich ärgere weil die Butter ausverkauft ist?“ – Nein, es macht keinen Sinn. Das Regal wird sich nicht füllen. Sie haben die Möglichkeit in ein anderes Geschäft zu gehen.

In der Vergangenheit

Unserer Erfahrungen und unser Denken lassen uns glauben, wir könnten Situationen vorhersehen. Am Beispiel der Butter im Supermarkt wurde erläutert, dass Ausnahmen durchaus realistisch sind. Daher ist der Satz „Ich weiß, im Supermarkt gibt es Butter zu kaufen“ unrichtig. Richtig wäre „In der Vergangenheit gab es im Supermarkt Butter zu kaufen„. Analog ist die Aussage „Ich habe Prüfungsangst“ falsch. Erstens haben Sie in diesem Moment keine Prüfungsangst und zweitens haben Sie die Erfahrung zwar gemacht, doch die Situation ist schon vergangen. Macht es Sinn von einer Prüfungsangst in der Zukunft auszugehen? – Nein. Formulieren Sie Ihren Angstsatz um. Sagen Sie statt „Ich habe Prüfungsangst“ zukünftig „In der Vergangenheit hatte ich Prüfungsangst„. Sprechen Sie beide Sätze nacheinander laut aus. Welcher fühlt sich besser an? Richtig, der zweite. Achten Sie auf Ihre Gedanken und Ihre Worte. Verändern Sie Ihre Glaubenssätze. Dies mag am Anfang etwas ungewohnt sein, im Laufe der Zeit geht dieses neue Denken in Fleisch und Blut über.

Trainieren Sie diese beiden Techniken über wenigstens einen Monat.

Die dritte Methode nennt sich Klopftherapie oder EFT und wurde auf folgender Seite beschrieben „EFT-Anleitung„.

Hypnose gegen Angst

Bei der Auflösung von Ängsten kann Hypnose eine weitere Möglichkeit sein Sie zu unterstützen. Falls Sie Interesse an einer Sitzung oder Fragen zum Thema „Angst auflösen mit Hypnose“ haben, können Sie mich gerne kontaktieren.

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Bildnachweis: Piapopz https://pixabay.com/de/mathematik-symbole-tafel-1500720/

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Über den Autor:

Staatlich geprüfter Heilpraktiker, begrenzt auf das Gebiet der Psychotherapie, NLP-Practitioner (DVNLP), NLP-Master (DVNLP), bietet in seiner Hypnose-Praxis in München, die klassische Hypnose, Tiefenentspannung, Coaching und andere Therapieverfahren an. Themenbereiche der Hypnose sind z.B. Raucherentwöhnung mit Hypnose (Nichtraucher mit Hypnose), Gewichtsreduzierung, Behandlung von Ängsten, Behandlung psychosomatischer Krankheiten, Rückführung (Regressionstherapie), EMDR, EFT. (Hypnose in München)

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