Anleitung zum Lügen – wie man richtig lügt

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Richtig Lügen ist nicht einfach. Es gibt viel zu beachten

Grundsätzlich gehören Lügen zum Alltag eines jeden Menschen. Gerne unterscheiden wir das Flunkern und das Lügen. Die Unterscheidung ist individuell. Was für den einen eine Lüge darstellt, kann für den anderen eine Lappalie sein. Menschen empfinden eine Lüge auch anders. Es kommt darauf an, ob sie lügen oder ob sie angelogen werden. Eine eigene Affäre zu verheimlichen wird als weniger schlimm wahrgenommen. Würde der Partner eine Liaison nicht zugeben wären die Konsequenzen weitaus dramatischer.

Ein Mensch, der noch nie gelogen hat, gibt es nicht

Lügen und Flunkern können helfen zwischenmenschliche Beziehungen zu festigen. Fällt jedoch ein Mensch auf, der gerne sehr phantasievoll erzählt und das Gesagte eher in den Bereich der Mythen und Märchen einzuordnen ist, sprechen Ärzte und Therapeuten vom krankhaften Lügen, Pseudologia phantastica.

Ursache der Pseudologie

Hat ein Mensch ein geringes bis gar kein Selbstwertgefühl nutzt er Phantastereien zur Aufwertung seiner Aussagen und damit zur Aufwertung des Selbstwertgefühls. Möglicherweise ist eine narzisstische Persönlichkeitsstörung ursächlich für das Verhalten, bei dem Betroffene ebenfalls an Selbstwertmangel leiden (Buchtipp: Persönlichkeitsstörungen verstehen)

Bewusste Lüge

Will man sich einer Strafe entziehen, wird gerne bewusst glogen. Diese Form der Lüge findet man in täglich in Gerichtssälen oder auch in Büros. In diesen Fällen ist der Selbstschutz die Motivation für die Lüge.

Lügen können nützlich sein

Wird nicht gelogen bis sich die Balken biegen, sondern zum Schutz von anderen Menschen oder zum Lösen von Problemen, kann die Unwahrheit zu sagen auch sinnvoll sein. Auch kann ein wenig Flunkern den eigenen Stellenwert stärken, damit wir uns im sozialen Gefüge behaupten können.

Anleitung zum Lügen

Die meisten Lügner fliegen nicht wegen der Lüge an sich auf, sondern weil die Körpersprache sie verrät. Es gehört schon eine gewaltiges schauspielerisches Talent dazu, eine Lüge genauso leicht und sicher auszusprechen, wie die Wahrheit. Um richtig gut zu lügen, bedarf es ein wenig Training und Selbstbeobachtung.

1.) Achten Sie in einem Gespräch, in dem Sie selbstbewusst auftreten, auf Folgendes:

  • Die Stellung Ihrer Füße
  • Haltung des Kopfes
  • Schauen Sie während eines Gespräches ab und zu nach links oder rechts, nach oben oder unten?
  • Wie gestikulieren Sie?
  • Wie halten Sie Arme und Hände?
  • Kratzen Sie sich im Gesicht, an der Nase oder am Ohr?
  • Reiben Sie die Hände auf den Oberschenkeln?
  • Beißen Sie auf der Lippe herum?
  • Zupfen Sie sich die Haut an den Fingern
  • Wie sprechen Sie? – Laut, leise, mit fester Stimme oder leiser Stimme?
  • Stehen Sie aufrecht oder gebückt?
  • Wie halten Sie Ihre Schultern?
  • Wie stark und schnell schlägt Ihr Herz?
  • Sind Sie entspannt oder verkrampft?
  • Nutzen Sie Fülllaute wie „ähm“ oder „hm“?
  • Wie fühlen Sie sich?
  • Wie atmen Sie? Durch den Mund oder die Nase?
  • Atmen Sie vorzugsweise in die Brust oder in den Bauch?
  • Was denken Sie?
  • Wie stark fühlen Sie Ihr Selbstbewusstsein, die Lebensqualität, die Ruhe, die Gelassenheit?

Tipp: Wenn Sie nicht alle Punkte sofort berücksichtigen können, wählen Sie bis zu drei davon aus und wiederholen Sie die Übung so lange, bis Sie die Liste durchlaufen haben.

2.) Je nachdem wie „groß“ die Lüge ist, bedenken Sie auch alle mit der Lüge im Zusammenhang stehenden Gesprächsinhalte und Situationen.

3.) Merken Sie sich die Lüge gut und achten Sie darauf, dass Sie sich später, oder in einem anderen Zusammenhang, nicht widersprechen. Überlegen Sie lieber zweimal. Achten Sie auf Ihre Gedanken.

4.) Trinken Sie keinen Alkohol, da dieser die kognitiven Fähigkeiten einschränkt.

5.) Legen Sie sich die genaue Formulierung der Lüge zurecht, vielleicht in verschiedenen Varianten. Sprechen Sie diese beim Spaziergehen aus, damit sie dann „leicht über die Lippen gehen“.

6.) Sehen Sie sich in einem Film. Stellen Sie sich die Situation in der Sie lügen richtig vor. Vielleicht wie in einem Film. Sinnvoll kann es sein, wenn sich dabei hinsetzen oder hinlegen und die Augen schließen. Spüren Sie Ihre Atmung, Ihre Gefühle, wie sich der Brustkorb hebt und senkt usw.

Während Sie sich beobachten, beginnen Sie  die gleiche Körperhaltung einzunehmen, die gleichen Sprachmuster zu nutzen wie unter Punk 1. Passen Sie Ihre Atmung an. Fühlen Sie Lebensqualität, Lebensfreude, Selbstbewusstsein usw. Nun beginnen Sie in Ihrer Vorstellung zu lügen. Führen Sie diese Übung mehrfach in einer ruhigen Umgebung durch.

Tipps zum richtig Lügen

  • Vielleicht sollten Sie zunächst mit kleinen Unwahrheiten anfangen und sich nach und nach steigern.
  • Egal ob Sie ein guter oder ein schlechter Lügner oder Lügnerin sind. Bleiben Sie dem anderen gegenüber fair – denn Sie wissen ja, „Lügen haben kurze Beine“.

Warum die Anleitung zum Lügen?

Hätte ich eine Anleitung zur Selbstbeobachtung zur Verfügung gestellt, wären bestimmt weniger Menschen auf diesen Artikel aufmerksam geworden. Es handelt sich bei der Anleitung zum Lügen um eine Achtsamkeitsübung, die Sie immer nutzen können, um sich und Ihren Körper zu spüren, Selbstbewusstsein zu tanken und sich selbst zu entwickeln. Selbst für Situationen, in denen Sie nicht lügen müssen, sondern selbstbewusst auftreten möchten, können Sie dieses einfache, aber effektive Training anwenden.

Buchtipp: Lügen: erkennen, entdecken, entlarven

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Bildnachweis: Ana_J / Pixaby.com

2016-09-24T12:06:49+00:00 Kategorien: Allgemein, Coaching|0 Kommentare

Über den Autor:

Staatlich geprüfter Heilpraktiker, begrenzt auf das Gebiet der Psychotherapie, NLP-Practitioner (DVNLP), NLP-Master (DVNLP), bietet in seiner Hypnose-Praxis in München, die klassische Hypnose, Tiefenentspannung, Coaching und andere Therapieverfahren an. Themenbereiche der Hypnose sind z.B. Raucherentwöhnung mit Hypnose (Nichtraucher mit Hypnose), Gewichtsreduzierung, Behandlung von Ängsten, Behandlung psychosomatischer Krankheiten, Rückführung (Regressionstherapie), EMDR, EFT. (Hypnose in München)

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