Borderline-Syndrom – (BPS)

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Wenn emotional instabile Persönlichkeiten das Leben meistern müssen – Borderline-Syndrom

Sie leben in einer Welt voller Emotionen und Sehnsucht. Bei Erkrankten wechseln sich innere Leere und hohe emotionale Schwankungen ab. Sie haben oftmals Probleme mit dem Umgang mit anderen Menschen. Auch Selbstverletzung kann, je nach Ausprägung, ein ständiger Begleiter im Leben Betroffener sein.

Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) zeichnet sich durch Impulsivität und Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, Stimmungsschwankungen gepaart mit einem geringen Selbstbild aus. Bei Betroffenen ist die Gefühlswelt, das Denken und das Handeln beeinträchtigt. Die Beziehungen zu Partnern sind intensiv, haben also einen hohen emotionalen Anteil. Sie sind jedoch fragil und oft von kurzer Dauer.

Die Symptome treten meist in der Jugend auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Dies kann daran liegen, dass Frauen sich eher beim Arzt vorstellen.

Gefühlschaos

Am BPS erkrankte Menschen können Gefühle oftmals nicht richtig empfinden oder einsortieren. Es stauen sich Gefühle, die nichts miteinander zu tun haben müssen, auf, bis letztendlich das Faß überschwappt. Die Stimmung kippt innerhalb kürzester Zeit ohne ersichtlichen Grund. Negative Empfindungen wie Zorn und Wut breiten sich unkontrolliert aus. Diese außergewöhnlichen Schwankungen sind nicht beherrschbar. Für Außenstehende sind diese emotionalen Hochs und Tiefs oder die Auslöser nicht nachvollziehbar, was das Zusammenleben mit einem Erkrankten erschwert bis unmöglich machen kann.

Beziehungen

Borderliner möchten nicht alleine sein. Wendet man sich ihnen hingen zu, kann die Angst vor Nähe aufkommen. Dieses konträren Gefühle, gepaart mit dem typischen geringen Selbstwertgefühl, kann ein Grund für die Brüchigkeit von Beziehungen mit Bordberlinern sein. Auch der Konflikt zwischen Selbsthass und Selbstliebe ist nicht förderlich. Alle Faktoren erschweren eine Paarbeziehung, und es kommt oft zu einer nicht vorhersehbaren Trennung.

Selbstverletzung

Der angestaute emotionale Druck und die Spannung der Psyche benötigen zum Abbau ein Ventil. Dies kann soweit führen, dass Borderliner sich mit Rasierklingen oder anderen scharfen Gegenständen am Unterarm ritzen, sich anderweitig verletzten oder einen schmerzverursachenden Körperkult betreiben.

Die Schmerzen können helfen sich selbst wieder zu spüren, sie können aber auch als Hilferuf verstanden werden.

Ursachen

Wie so oft, liegen auch beim Borderline-Syndrom die Ursachen in der Kindheit. Gewalt, Misshandlungen und Traumata können ursächlich für das Borderline-Syndrom sein. Ebenso kann das Verhalten der Eltern, wie Distanziertheit (emotionale Kälte) und gleichzeitige Liebe das Aufkommen des Borderline-Syndroms begünstigen. Bei Kindern, die nicht wissen ob sie geliebt werden, entstehen enorme psychische Spannungen.

Komorbidität

Es kommt oft vor, dass Boderliner noch gleichzeitig an anderen psychischen Erkrankungen, wie Persönlichkeitsstörung, Depression, Essstörungen oder Suchterkrankungen leiden.

Selbsttötung (Suizid)

Die Mortalität der Borderline-Persönlichkeitsstörungen liegt, je nach Studie, zwischen 4% und 10%! Daher ist die Erkrankung ernst zu nehmen! Das Risiko eines Suizides steigt, wenn komorbid andere psychische Störungen vorliegen.

Behandlung

Für Behandlung von Borderline-Patienten bieten sich unterschiedliche Ansätze an. Die dialektisch-behaviorale Therapie (DBT), eine Form der Verhaltenstherapie, ist vielversprechend. Im Kern wird erlernt, wie man Gefühle lenken und emotionale Schwankungen reduzieren kann.
Auch andere Arten der Psychotherapie zum Aufbau des Selbstbewusstseins und des Selbstwertgefühles können erfolgreich sein. Ebenso kann eine Traumatherapie unterstützend eingesetzt werden.
Zur Auflösung Kindheitserinnerungen kann ebenfalls die Hypnosetherapie in Verbindung mit Achtsamkeitstraining und Entspannungsübungen hilfreich sein. Kontraindikationen sind natürlich zu beachten.

Ein Borderliner sollte nur von einem erfahrenen Therapeuten behandelt werden, da die Suizidgefahr hoch ist. Liegt ein akuter Suizidwunsch vor und wurden bereits zur Durchführung des Suizides Vorbereitungen getroffen, ist ein stationärer Aufenthalt unabdingbar.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel stellt ausschließlich Informationen für den interessierten Leser zur Verfügung. Diese Informationen dienen nicht zur Selbstdiagnose oder als Basis eine Selbstbehandlung. Er ersetzt nicht die Vorstellung bei einem Arzt!

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Bildnachweis: gearlt @ https://pixabay.com/de/schaufensterpuppe-gesicht-seele-757451/

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Über den Autor:

Ulrich Eckardt
Staatlich geprüfter Heilpraktiker (Psychotherapie) Mentaltrainier, Autor, Coach,NLP-Master (DVNLP)

Ein Kommentar

  1. Melanie G. 19. Juni 2017 um 10:46 Uhr- Antworten

    Der Artikel war mir sehr hilfreich. Ich bin selbst betroffen und habe es satt, noch länger mit dieser Krankheit zu leben. Die Hypnosetherapie war mir vorher schon ein Begriff. Ich habe meinen Kindern immer versucht, das zu verheimlichen… Doch was erzähle ich ihnen später, wenn meine Kinder fragen? Ich möchte und will keine weiteren Narben mehr haben. Ich will auch keine suizidalen Gedanken mehr.

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