Was sind offene Fragen – Rhetorik

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Offene Fragen sind zunächst ein Stilmittel der Rhetorik

Es gibt viele Stilmittel, die die Rhetorik anbietet. Ein Gruppe sind zweifellos die Fragestellungen. Hierbei unterscheidet man zwischen offenen, geschlossenen und rhetorischen Fragen.

Rhetorische Fragen kann man besonders gut, sofern sie richtig in ein Gespräch eingestreut werden, zur Manipulation einsetzten. Dies ist auch mit offenen Fragen möglich, wenn auch auf eine andere Art und Weise. Bei geschlossenen Fragen erwartet der Fragesteller keine ausschweifenden Antworten,  rhetorischen Fragen benötigen keine wirkliche Antwort, da diese in ihnen schon impliziert ist. Offenen Fragen dienen der Informationsgewinnung, zur Manipulation und zur Aufrechterhaltung eines Gespräches.

Wer fragt, der führt

Offene Fragen können der Informationsgewinnung diesen und halten ein Gespräch, was besonders beim Smalltalk und Flirten wichtig ist, am Laufen. Stellen Sie sich vor, Sie haben lange auf ein Auto gespart. Mit Ihrem neuen Auto besuchen Sie einen Freund oder eine Freundin. Dieser kann den emotionalen Moment des Autokaufs, von dem Sie berichten, nicht nachvollziehen. Sie jedoch sind voller Glücksgefühle. Und wen interessiert dies? Niemanden.

Stellen Sie sich dagegen einmal vor Ihr Gesprächspartner würde, statt das Thema abzuwürgen, Sie nach den Vorzügen des neuen Vehikels fragen, wie das Fahrgefühl ist usw. Sie wären begeistert und würden vermutlich kein Detail auslassen. Ein solches Gespräch, bei dem der Gesprächspartner ausschließlich fragt und nichts von sich preisgibt, kann Stunden andauern. Natürlich kann es sein, dass Sie mehr von sich erzählen als Ihr Gegenüber. Ihr Gesprächspartner hat durch das Nachfragen Interesse gezeigt und Ihnen ein gutes Gefühl gegeben – Wie wunderbar.

Fischen am Bodensee und am Chiemsee

In Gesprächen kann es auch vorkommen, dass von Themen, die Sie zunächst einmal nicht interessieren, gesprochen wird. Nehmen wir an, es handele sich um das Thema „Fischen im Bodensee“, denn Ihr Gesprächspartner ist begeisterter Angler. Auch wenn Sie keine Ahnung vom Angeln haben, zeigen Sie durch Fragen Interesse.
Ich habe keine Ahnung vom Fischen. Kannst Du mir erklären, was man zum Fischen benötigt?“ – Diese Frage ist ausreichend, um einen Monolog zu starten, der Stunden andauern kann. Hören Sie aufmerksam zu, und stellen Sie weitere Fragen wie „Gibt es Besonderheiten beim Fischen am Bodensee zu beachten?“ usw. Voller Begeisterung wird Ihnen Ihr Gesprächspartner viel vom Angeln und auch von sich privat erzählen. Sie hingegen erzählen nichts oder nur wenig von sich, denn es interessiert keinen Menschen.- Das hört sich hart an, ist jedoch leider so.
Es kann nun gut sein, dass Sie einige Tage später ein weiteres Gespräch mit jemand anderen FÜHREN, der seine Ferien am Chiemsee verbrachte, um dort zu Angeln. Aus den Informationen, die Sie ein paar Tage vorher schon gesammelt haben, können Sie nun detaillierte Fragen, wie „Was ist der Unterschied zum Angeln am Chiemsee zum Angeln am Bodensee?“ Auch hier hören Sie wieder aufmerksam zu, wie bei einem interessanten Hörbuch und stellen wiederum ab und an weitere offene Fragen.

Glauben Sie mir, Sie wirken durch das Stellen von Fragen sympathisch. Jeder wird sich gerne an die Gespräche mit Ihnen erinnern.

Sie erzählen nahezu nichts von sich selbst

Offene Fragen bedingen, dass Sie wenig Informationen von sich preisgeben. Warum auch? Sie kennen die eigene Geschichte und in der Regel ist sie für andere unwichtig. Warum sich also in das Zentrum eines Gesprächs drängen, dass dann zum Erliegen kommen wird?

Keine Lösungen anbieten

Während eines Smalltalks oder Flirts geht es nicht darum Lösungen von Problemen zu erhalten oder Themen zu erörtern. Es geht darum andere von sich erzählen zu lassen, aktiver Zuhörer zu sein und dem Gesprächspartner ein gutes Gefühl zu geben. Um mehr nicht.

Der Lerneffekt

Sie erhalten bei einem Smalltalk, den Sie mit offenen Fragen lenken können, Informationen über das Angeln, Urlaubsorte, Details von vielen Dingen, die Sie vielleicht noch nie zuvor gehört hatten. Ihre Wissenshorizont erweitert sich mit jedem Gespräch. Sie lernen andere Menschen besser kenn, denn in die Erzählungen mischen sich unwillkürlich auch private Themen.

Negative Fragen stellen

Durch offene Fragen kann man im Gesprächspartner gute Gefühle aufkommen lassen. „Erzähle mir doch von dem wunderbaren Urlaub, den Du in Spanien verbracht hast„.

Man kann mit offenen Fragen jedoch auch negative Emotionen beim Gegenüber aufkommen lassen: „Wie war das den genau, als Du Deinen Mann im Bett mit Steffi erwischt hast? Was hast Du denn gefühlt? Wie stark war der Schmerz und wo hast Du ihn am deutlichsten gefühlt?“ – Nach dieser Frage werden vermutlich die Tränen fließen.

Man versetzt der Technik der offenen Fragen den Gesprächspartner nahezu immer in eine vergangene Situation zurück. Wurden positive Gefühle verankert (Urlaub), werden diese wieder präsent – bei negativen ist der Mechanismus natürlich der gleiche.

Tipps zum Smalltalk und Tipps zum Flirten

  • Stellen Sie offene Fragen, fragen Sie Ihren Gesprächspartner aber nicht aus
  • Lehnen Sie sich, sofern Sie sitzen, ein wenig mit dem Oberkörper nach vorne
  • Erzählen Sie nur wenig von sich
  • Bedenken Sie, dass das Ziel eines Smalltalks sein kann, dem anderen ein gutes Gefühl zu geben
  • Hören Sie aufmerksam zu
  • Verschränken Sie nicht die Arme vor der Brust, auch wenn Sie das Thema nicht wirklich interessiert
  • Schauen Sie nicht permanent auf Ihr Handy
  • Ziehen Sie nicht ungläubig die Augenbrauen nach oben
  • usw.

Smalltalk Workshop – Smalltalk Coaching

Wenn Sie Interesse an einem Rhetorik Workshop  oder Rhetorik Coaching haben, melden Sie sich bei mir. Die gewonnen Erkenntnisse werden im Rahmen des Coachings auch in freier Wildbahn angewandt.

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Bildnachweis: geralt @ Pixabay

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2016-09-27T18:10:37+00:00 Von |Kategorien: Allgemein, Coaching|0 Kommentare

Über den Autor:

Ulrich Eckardt
Staatlich geprüfter Heilpraktiker (Psychotherapie) Mentaltrainier, Autor, Coach,NLP-Master (DVNLP)

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