Was kann man bei einer Depression tun?

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Diagnose: Depression – was kann ich machen?

Symptome einer Depression

Immer mehr Menschen leiden an depressiven Phasen, haben nur noch einen verminderten Antrieb, sind ohne Interessen oder verspüren eine innere Leere. Diese Symptome zählen zu den Hauptsymptomen der Depression. Treffen mehr als zwei dieser Hauptsymptome zu, kann von einer schweren Depression ausgegangen werden. Beim Auftreten von zwei Hauptsymptomen, kommt es auf die Anzahl der vorhandenen Nebensymptome an (Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Verändertes Essverhalten usw.), ob die Diagnose leichte oder mittelschwere Depression gestellt wird. Bei der Diagnose „Depression“ ist die Länge der depressiven Phase zu berücksichtigen. Diese muss wenigstens 14 Tage andauern und alle Lebensbereiche müssen beeinträchtigt sein. Fühlt man sich im Berufsleben abgespannt und lustlos, geht jedoch begeistert und voller Elan einer sportlichen Ertüchtigung oder einem Hobby nach, kann man nicht von einer Depression sprechen.

Gegen die Depression ankämpfen

Versuche den Kampf gegen eine Depression aufzunehmen, werden kläglich scheitern. Denn wie kann man ohne Antrieb, ohne Interessen oder mit einer inneren Leere kämpfen? Gar nicht! Kampf erfordert Mut, Willensstärke, Siegeswillen. Diese Eigenschaften fehlen einem an einer Depression Erkrankten. Macht sich dennoch die Mühe gegen die Depression zu kämpfen, wird man sich in seiner Fähigkeit zu versagen, bestätigten. Alles Aufbäumen ist sinn- und nutzlos. Es verschlimmert die Situation der Depressiven vielmehr.

Wie entsteht eine Depression

Eine Depression stellt sich nicht von heute auf morgen wie ein Schnupfen oder eine Grippe ein. Vielmehr ist es ein langer Prozess, der zur Erkrankung führt. Beruflicher und privater Stress, finanzielle Sorgen, Krankheit, Überforderung, Gewalt usw. sind Faktoren, die zu einer Depression führen können.

Die Depression gehört zu den Krankheiten, für die es keine körperliche Ursache gibt. Sie entsteht demnach im menschlichen Denken und Handeln, also in der Psyche des Menschen. Ist die Psyche unter einer gewissen Spannung, stellen sich entsprechend körperliche Symptome ein, dienen sie als Warnsignal und Aufforderung etwas im Leben zu verändern.

Veränderungsresistente Menschen

Depressive Menschen sind im gleichen Maße veränderungsresistent. Um das Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen fehlt ihnen meistens die Kraft und Durchhaltevermögen. Negative Glaubenssätze („ich kann nichts“, „ich bin nichts wert“, „das schaffe ich nie“, usw.) sind ihre täglichen ständigen Begleiter.

Werden Hirnareale nicht genutzt, verkümmern sie

Es gibt Untersuchungen, die darauf hindeuten, dass der orbitofrontaler Cortex bei depressiven Menschen eine höhere Aktivität aufweist, als bei gesunden Menschen. Er spielt eine entscheidende Rolle bei der Kontrolle von Emotionen und Verhaltensweisen.
Durch die Neuroplastizität des Gehirns, also die Anpassungsfähigkeit, werden stark beanspruchte Hirnareale vergrößert, ungenutzte hingegen verkleinern sich. So reduziert sich bei Depressiven der dorsolaterale präfrontale Cortex, der für problemorientiertes Denken, Vorausplanungen oder zielgerichtetes Handeln zuständig ist.

Werden Emotionen verdrängt oder unterdrückt, fokussiert man sich eher auf die Gefühlswelt, als auf mögliche Lösungswege aus einer Krise. passt sich das Gehirn entsprechend an.

Wie man sich die Neuroplastizität zunutze machen kann

Sind die Hintergründe einmal verstanden, kann man sich die Neuroplastizität des Gehirns zunutze machen. Man kann es trainieren! Tägliches Training kann zu einer Veränderungsnutzung der Areale im Gehirn führen. Ein leichtes und kontinuierliches Mentaltraining, welches meist schon nach wenigen Wochen seine Wirkung entfalten kann, macht grundsätzlich mehr Sinn, als eine Depression mit Medikamenten zu behandeln. Selbstverständlich eignet sich das Mentaltraining nur für nicht Suizidgefährdete.

Macht das Sinn? – Tipp: Gedanken abstellen

Gedanken abstellen ist schwer, jedenfalls nicht für einen ungeübten, depressiven Menschen. Wer gute Ratschläge zum Abschalten der Gedanken, wie „Denken Sie nicht an Ihre Probleme“, „Lassen Sie die Probleme nicht an Sie heran“ oder „Atmen Sie Ihre Probleme aus“ gibt, hat von Psychotherapie keine Ahnung. Man kann einen Gedanken nicht denken, der schon als Gedanke vorhanden ist. Es ist auch unmöglich etwas nicht an sich herankommen zu lassen, was schon da ist. Wenn Sie wieder einmal einen Schlauberger begegnen, der Ihnen solche oder ähnliche Tipps gibt, fragen Sie ihn nach einer Anleitung, wie dies zu bewerkstelligen ist. Sie werden keine erhalten.

Stattdessen erlauben Sie es sich jeden Gedanken zu denken, denn es bleibt Ihnen nichts anderes übrig. Hinterfragen Sie jedoch, ob es Sinn macht den Gedanken zu denken und beantworten Sie sich die Frage mit einem klaren „JA“ oder „NEIN“. Fragen Sie nicht welchen Sinn der Gedanke macht, denn dies kann in einer Grübelspirale enden.

  • „Ich bin nichts wert“ – Macht es Sinn diesen Gedanken jetzt zu denken? Wenn Sie der Meinung sind, es macht Sinn, denken Sie ihn. Falls nicht, verschwindet der Gedanke von ganz alleine.
  • „Ich schaffe das nie!“ – Beantworten Sie sich selbst, ob dieser Gedanke sinnvoll ist oder nicht.
  • „Die anderen haben mehr Glück!“ – Stimmt das wirklich, oder haben erfolgreiche Menschen schlichtweg mehr Durchhaltevermögen?
  • „Alles was ich anpacke scheitert“ – Wird Ihr Leben von Erfolg gekrönt sein, wenn Sie die Neuroplastizität des Gehirns nutzen, um sich auf Scheitern zu programmieren?
  • „Mein Leben hat keinen Sinn!“ – Fragen Sie sich, ob es Sinn macht, sich diesem Gedanken auszuliefern. Nicht Ihr Leben macht Sinn, sondern Sie geben Ihrem Leben einen Sinn. Das Leben an sich ist sinnfrei.

Die Frage „Macht das Sinn?“ ist eine der mächtigsten Fragen, die man sich selbst stellen kann. Jeder negative oder ungewollte Gedanke kann mit dieser Frage beiseite geschoben werden.
Probieren Sie es wenigstens für 4 Wochen aus!

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Über den Autor:

Ulrich Eckardt
Staatlich geprüfter Heilpraktiker (Psychotherapie) Mentaltrainier, Autor, Coach,NLP-Master (DVNLP)

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