Warum die meisten Manager Versager sind

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  • Mitarbeiterführung

Wenn Manager von Mitarbeiterführung keine Ahnung haben

Die Erwartungen der Aktionäre und Investoren sind hoch, Termine und Umsatzziele sind einzuhalten – dies wäre alles ganz einfach, wären da nicht die unfähigen Mitarbeiter, die mehr ihre Zeit absitzen, als diese dem Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Mitarbeiter sind meist unfähig, ihren Aufgaben nicht gewachsen, torpedieren die Ziele der Firma und wollen dafür am Monatsende auch noch eine Entlohnung erhalten.

Diese veraltete Einstellung von Führungskräften und Firmeninhabern gibt es leider noch in vielen Unternehmen. Oftmals findet man in Firmen, bei denen die Führungsriege Mitarbeiter als lästige Objekte ansieht, einen hierarchischen Führungsstil. Intelligente Mitarbeiterführung ist meist ein Fremdwort. Aufgaben werden von oben herab delegiert, die Einbeziehung der Mitarbeiter in das Unternehmen findet nicht statt. Jede Hierarchieebene ist mit der nächstfolgenden und der über ihr unzufrieden.

Da wundert es nicht, wenn Menschen in solchen Unternehmen Arbeit nach Vorschrift machen und sich mit dem Arbeitgeber nicht identifizieren können. Eigeninitiative oder Ideen, gleich auf welcher Hierarchieebene, werden unterdrückt oder sogar missbilligt.

Beispiel Clean-Desk-Policy

Jüngst klagten mir Mitarbeitern eines Dienstleistungsunternehmens ihr Leid. Die neue Arbeitsplatzphilosophie lautet „Clean Desk Policy“. Dies bedeutet, dass Schreibtische am Ende des Arbeitstages komplett aufgeräumt sein müssen bzw. dass auf den Tischplatten nichts mehr liegen oder stehen darf. Mitgebrachte Pflanzen, die zweifellos für ein gutes Raumklima sorgen, wurden verboten. Ferner wurde angeordnet, dass nur noch Kugelschreiber des eigenen Unternehmens zu verwenden sind, Kalender und Bilder, auf denen nicht das Logo der Firma abgebildet ist, mussten von den Wänden genomen werden. Dies gilt natürlich auch in Büros ohne Publikumsverkehr.
Die einhellige Einstellung der Mitarbeiter zu dieser Maßnahme war ablehnend. Die Schaffung eines sterilen Arbeitsplatzes, dem jede Individualität fehlt, fördert nicht das Engagement, sondern reduziert die Arbeitskraft auf ein Minimum. Der Verlust an gefühlter Eigenständigkeit, und wenn es dabei nur um die Gestaltung des Arbeitsplatzes geht, kehrt sich in Ablehnung und destruktives Verhalten um, was dem Wachstum des Unternehmens mehr schadet als nützt. Was, so kann man sich fragen, hat ein Unternehmen von einer solchen aufoktroyieren Maßnahme?

Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was sagt dann ein leerer Schreibtisch über den Menschen, der ihn benutzt, aus?
Albert Einstein

Es gibt Menschen, die in einem chaotischen Umfeld effektiver arbeiten, als in einer aufgeräumten, klinisch reinen Umgebung.

Die Clean Desk Policy soll nicht der Fokus dieses Beitrages sein, sondern die Art und Weise, wie sie eingeführt wurde.

Fehler der Führungsebene

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Arbeitsstile schwappen aus dem amerikanischen „Kulturkreis“ in den deutschen, versuchen diesen zu optimieren oder gar zu verdrängen. Die neuen Methoden werden auf Biegen und Brechen in Unternehmen eingeführt, ohne die kulturellen Unterschiede der Menschen zu berücksichtigen, oder die Belegschaft einzubinden. Die Einbindung ist jedoch essentiell, da sich sonst Reaktanz, eine komplexe Abwehrreaktion einstellt. Reaktanz beschreibt den Widerstand gegen äußere oder innere Einschränkungen, wie Freiheitsspielräume, Verbote, Zensur usw. – Je höher die gefühlte Einschränkung, desto stärker der Widerstand. Widerstand erfordert Energie, erzeugt negative Gefühle, die sich auch in der Arbeitsweise und der Arbeitsleistung niederschlagen. Ideen zur Verbesserung und Optimierungsmöglichkeiten von Geschäftsprozessen werden aus Trotz nicht mehr kommuniziert.

Aufklärung kann helfen

Es gibt Bereiche, besonders mit Kundenverkehr, in denen ein aufgeräumter Schreibtisch Sinn macht. Ein mit Papierkram überhäufter Arbeitsplatz lässt auf einen chaotischen Arbeitsstil schließen. Dies kann sich besonders in der Finanzwelt und in Dienstleistungsbereichen negativ auf das Kundenverhältnis auswirken. Durch die Clean Desk Policy werden Mitarbeiter angehalten noch auszuführende Tätigkeiten zeitnah durchzuführen. Auch Zugänge zu internen Daten werden nicht mehr mit Notizzetteln auf die Monitore der Computer geklebt und sind für Unberechtigte nicht mehr einsehbar.

In internen Bereichen, wie der IT, breitet sich seit jeher Chaos auf den Schreibtischen der Mitarbeiter aus. Dieses Chaos kann sinnvoll sein, wenn eine Tätigkeit nicht durch standatisierte Abläufe geprägt ist, oder nicht alle notwenigen Daten per Computer abrufbar sind. Diagramme, die die Computerarchitektur eines Unternehmens oder eines Teils davon abbilden, sind zur Visualisierung schneller per Hand auf ein Stück Papier gebracht, als graphisch schön aufbereitet. Selbstverständlich gehören auch hier Zugänge sicher aufbewahrt, doch diese sind nur ein Teil der Informationen, die ein Administrator, Programmierer oder Techniker benötigt. Schaltpläne, Vernetzungsmethoden, IP-Ranges, Handbücher, Ersatzteile, Kabel usw. können zwar teilweise digitalisiert werden, an einem defekten Rechner, der repariert werden muss, nutzen digitalisierte Informationen recht wenig.

Intelligente Mitarbeiterführung ist das A und O

Daher ist es die Aufgabe der Führungseben zu erkennen, ob ein neuer Arbeisstil überall sinnvoll ist und in jeder Abteilung eingeführt werden sollte. Mitarbeiterführung ist hier das Zauberwort. Ein Manager, der mit Zahlen jonglieren kann, aber noch nie in die Katakomben der IT vorgedrungen ist, ist schlichtweg nicht in der Lage eine Policy einzuführen, die für alle Abteilungen gilt. Statt eine unternehmensweite Regelung zu treffen, wäre das Einbinden der Abteilungsleiter oder der Mitarbeiter der richtige Weg. Es gilt einen Konsens zu finden, die Vorteile einer neuen Maßnahme zu erklären und auf Einwände einzugehen.

Unternehmen, bei denen interne Aufklärungsarbeit geleistet und die Belegschaft in Entscheidungen mit eingebunden wird, haben in der Regel ein günstigeres Betriebsklima, eine höhere Kundenzufriedenheit und nehmen eine bessere wirtschaftliche Entwicklung.

Business-Coaching München

Selbstverständlich können Sie mich kontaktieren, wenn bei Ihrem Unternehmen die Mitarbeiterführung stiefmütterlich behandelt wird. Sollten Sie eine Führungskraft sein und haben Sie Ihr Defizit im Bereich Mitarbeiterführung erkannt, finden aber keine Lösung, können Sie mich ebenfalls ansprechen.

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Bildnachweis: Unsplash @ pixabay.com

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2016-09-07T13:23:33+00:00 Von |Kategorien: Coaching, Psychologie|Tags: , , |0 Kommentare

Über den Autor:

Ulrich Eckardt
Staatlich geprüfter Heilpraktiker (Psychotherapie) Mentaltrainier, Autor, Coach,NLP-Master (DVNLP)

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