Der Andorra-Effekt – Vorurteile verändern

  • Andorra-Effekt

Wie die Gesellschaft Talente zunichte macht

Menschen passen sich nach und nach den Wünschen und Erwartungen der Gesellschaft an, ohne diese Veränderung bewusst herbeiführen zu wollen. Diese unbewusste Anpassung ist nennt man Andorra Effekt. Eine Person verhält sich nach einiger Zeit genauso, wie man es vorausgesagt hat.
Liegen Vorurteile gegen eine bestimmte Bevölkerungsgruppe vor, wird sich diese Gruppe so verhalten, wie es die Gesellschaft erwartet.

Business-Coaching und der Andorra-Effekt

Im Berufsleben ist der Effekt dann zu beobachten, wenn ein Mitarbeiter von anderen als mehrheitlich positiv oder negativ eingeschätzt wird. Die objektive Leistung des Mitarbeiters verschlechtert oder verbessert sich, um die Erwartungen bzw. die Einstellung von Kollegen oder Vorgesetzten zu erfüllen. Der Andorra-Effekt bekräftigt die Vorurteile auf einer unbewussten Ebene.

Stößt ein fähiger Mitarbeiter auf einen Vorgesetzten, der diesem nur wenig zutraut obwohl ausreichend Wissen vorhanden ist, wird sich der Mitarbeiter unbewusst anpassen und von seinen eigenen Fähigkeiten Abstand nehmen. Er passt sich an und wird bald selbst der Meinung sein, dass seine Kenntnisse nicht ausreichend sind, um eigenständig zu handeln.

Vorurteile und der Andorra-Effekt

Menschen haben gerne Vorurteile, die ihnen im Rahmen ihrer Erziehung erworben oder sich im Laufe ihres Lebens selbst angeeignet haben. Vorurteile sind praktisch und zeitsparend. Ohne lang über einen Sachverhalt nachdenken zu müssen, kann man in die Mottenkiste der Erfahrungen zurückgreifen. Werden Vorurteile nur oft genug wiederholt, prägen sie sich ein. Dabei werden sie nicht nur zur unsachgemäßen Beurteilung von Gruppen von Menschen, sondern auch für Sachverhalte oder Produkte herangezogen. Der Wahrheitsgehalt spielt keine große Rolle, Hauptsache, das Vorurteil stimmt. Entspricht dann eine gemacht Erfahrung nicht der Erwartung, so wird diese mit einer Möglichkeit der kognitiven Dissonanz so lange erklärt, dass das Vorurteil wieder greift.
Der Andorra-Effekt hat aber auch seine guten Seiten. Lesen Sie hierzu den Artikel Pygmalion-Effekt in meinem Blog.

Herkunft des Andorra-Effekts

Der Andorra-Effekt ist ein Begriff aus der Sozialpsychologie, der besonders im Personalwesen eine wichtige Rolle spielt. Er geht auf ein Theaterstück von Marx Frisch zurück, bei dem die Persönlichkeit des Hauptdarstellers sich nach und nach durch ständige Konfrontation mit negativen Vorurteilen seiner Mitmenschen änderte.

Bildnachweis: geralt @ pixabay.com

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2016-10-19T15:12:34+00:00 Kategorien: Allgemein, Coaching, Psyche|Tags: |0 Kommentare

Über den Autor:

Staatlich geprüfter Heilpraktiker, begrenzt auf das Gebiet der Psychotherapie, NLP-Practitioner (DVNLP), NLP-Master (DVNLP), bietet in seiner Hypnose-Praxis in München, die klassische Hypnose, Tiefenentspannung, Coaching und andere Therapieverfahren an. Themenbereiche der Hypnose sind z.B. Raucherentwöhnung mit Hypnose (Nichtraucher mit Hypnose), Gewichtsreduzierung, Behandlung von Ängsten, Behandlung psychosomatischer Krankheiten, Rückführung (Regressionstherapie), EMDR, EFT. (Hypnose in München)

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