Burnout Prävention und Therapie

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Burnout Prävention und Therapie 2016-11-27T09:47:03+00:00

Burnout – was ist das?

Burnout-Erkrankte klagen oft über das Gefühl der Erschöpfung, fühlen sich innerlich leer, sind oftmals gereizt, ab einer bestimmten Stufe auch antriebslos und nicht selten Suizid gefährdet.

Zunächst ist Burnout keine anerkannte Krankheit im ICD-10, sondern ein Syndrom. Ein Syndrom beinhaltet eine Vielzahl von Symptomen. Burnout ist daher keine Behandlungsdiagnose, sondern eine Zusatz- oder Rahmendiagnose, im Gegensatz zur Behandlungsdiagnose Depression. Auch ist Burnout gegen eine Depression und das s.g. Erschöpfungssyndrom, der Neurasthenie, im Volksmund auch „reizbare Schwäche“ oder „Nervenschwäche“ genannt, abzugrenzen.

Symptome der Neurasthenie

  • Erschöpfung
  • häufige Müdigkeit
  • Ängstlichkeit
  • Herzangstneurosen
  • Neuralgien
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsprobleme
  • Reizbarkeit
  • Melancholie
  • Sexuelle Unlust

Diagnostik Neurasthenie

Andauernde und quälende Ermüdbarkeit bei geringer geistiger oder körperlicher Anstrengung bei mindestens einem der folgenden Symptome:

  • Muskelschmerz (akut oder chronisch)
  • Benommenheit
  • Schlafstörungen
  • Spannungskopfschmerz
  • Reizbarkeit
  • Entspannung nicht möglich
  • etc.

Dauer der Symptomatik: mindestens 3 Monate

Erschöpfungsdepression

Ist das Burnout-Syndrom der Nachfolger der Erschöpfungsdepression? Die Apotheken Umschau schreibt hierzu „Heutzutage wird oft die Bezeichnung ‚Burnout-Syndrom‘ benutzt“ (http://www.apotheken-umschau.de/Depression/Was-verbirgt-sich-hinter-einer-Erschoepfungsdepression-51840.html).

Wird Burnout, „ausgebrannt sein“, als Synonym für eine Erschöpfungsdepression genutzt, so muss man beachten, dass beide Bezeichnungen eine mögliche Ursache bereits im Namen implizieren, also „ausgebrannt sein“ bzw. „Erschöpfung“. Dies muss jedoch nicht der Fall sein, denn Erschöpfung kann ein Symptom einer depressiven Episode sein, die multiple Ursachen haben kann. So kann es auch vorkommen, dass sich hinter einem gefühlten Burnouts eine depressive Episode verbirgt und die gefühlte Erschöpfung nicht alleine auftritt.

Um eine Depression diagnostizieren zu können, müssen verschiedene Symptome auftreten. Wir unterscheiden Haupt- und Nebensymptome. Je nachdem, wieviele Haupt- und Nebensymptome kombiniert über wenigstens 14 Tage auftreten, sprechen wir von einer leichten, mittelgradigen oder schweren depressive Episode.

Hauptsymptome Depression

  • Gedrückte Grundstimmung (Traurigkeit, depressive Stimmung)
  • Interessenverlust (Anhedonie)
  • Verminderung des Antriebs

Nebensymptome Depression

  • Konzentrationsschwierigkeiten, verminderte Aufmerksamkeit
  • Mangelndes Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl
  • Gefühl von Schuld, Wertlosigkeit
  • Pessimistische Gedanken über die Zukunft
  • Suizidgedanken, -vorbereitung oder handlungen
  • Schlafstörungen
  • Verminderter Appetit

Treten zwei Hauptsymptome und zwei Nebensymptome zur gleichen Zeit über 14 Tage auf, so spricht man von einer leichten depressiven Episode. Treten zwei Haupt- und drei bis vier Nebensymptome auf, liegt vermutlich eine mittelgradige depressive Episode vor. Sind alle Hauptsymptome und mehr als drei oder vier Nebensymptome gegeben, spricht man von einer schweren depressiven Episode.

Wurde bei dem Klienten schon früher eine depressive Episode diagnostiziert und erfolgreich behandelt, so spricht man von einer redizidivierenden depressiven Episode. Sind sowohl depressive als auch manische Phasen vorhanden, liegt eine bipolare affektive Störung vor.

Mit einer depressiven Erkrankung ist nicht zu spaßen. Die Suizidrate, also die Selbstmordrate, liegt bei um die 15%.

Liegt ein akute depressive Episode vor, ist der Weg zum Psychiater anzuraten. Dieser stellt mit Medikamenten, die im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht süchtig machen, den Hirnstoffwechsel des Erkrankten ein.

Als Heilpraktiker für Psychotherapie bin ich bestimmt kein Befürworter von Medikamenten, hier Antidepressiva, die die Psyche, wenn auch nur temporär, verändern. Es gibt jedoch Krankheitsbilder bei denen die Selbstmordrate so hoch ist, dass es unverantwortlich ist, Klienten nicht zum Psychiater zu überweisen oder Maßnahmen zu unterlassen, die dafür sorgen, dass eine Fremd- oder Selbstgefährdung durch den Klienten ausgeschlossen ist.

Unterschiede Burnout und Depression

Im ICD-10 wird Burnout nicht geführt, sondern ist unter der Unterziffer
„Probleme im Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“
eingeordnet.

Auch wenn das Burnout-Syndrom primär nicht der Depression entspricht, ist der Übergang fließend.

Burnout

  • begrenzt auf einen oder wenige Lebensbereiche
  • Zynismus, Sarkasmus, Aggression
  • schleichender, oft unbemerkter Beginn
  • Arbeitsfähigkeit ist meist noch lange erhalten
  • Ablenkungen wie Urlaub, Sport, Erholung können zur Linderung der Symptome beitragen

Depression

  • Alle Lebensbereiche sind betroffen
  • Selbstvorwürfe
  • Schuld
  • Schlafstörungen
  • Arbeitsunfähigkeit
  • plötzlicher Beginn
  • Medikamentöse Behandlung oft zur Symptomverbesserung notwendig

Ursachen von Burnout

Unterschiedlich Ursachen für Burnout bei den Geschlechtern sind erkennbar. Natürlich gibt es auch Mischformen. Diese Liste dient der Übersicht.

Burnout Krankheitsverlauf

Zunächst beginnt alles mit der Phase der Überempfindlichkeit. Man verspürt eine innere Unruhe, ist nervös, hat Ein- und Durchschlafstörungen, Konzentrationsprobleme, rasche Ermüdbarkeit – typische Symptome einer Depression. Das gefährliche an dieser Phase ist, dass sie schleichend beginnt und die Symptome langsam mehr und mehr verstärken.

Hinzu kommen Gefühlsausbrüche, aggressives und aufbrausendes Verhalten und schlechte Laune
Dieses Verhalten beeinflusst das Miteinander am Arbeitsplatz und auch die Familie. Die Harmonie schwindet mehr und mehr in dieser Phase.

In der nächsten Phase, die nach Monaten oder Jahren auftritt, gesellen sich psychosomatische Aspekte zur Phase der Überempfindlichkeit hinzu. Klassische psychosomatische Auswirkungen sind Spannungskopfschmerz, Druck auf der Brust, Durchfall und Verstopfung, Schmerzen mit wechselnden oder fest lokalisierbaren Herden, oftmals im Rücken.

Auch die Angst vor einer körperlichen Krankheit kann auftreten (Hypochondrie).

Werden Betroffene darauf aufmerksam gemacht, dass es sich bei den Erkrankungen um mögliche Auswirkungen eines aufkommenden Burnouts handelt und keine organische Ursache vorliegt, wird dem Arzt kein Glauben mehr geschenkt und der Arzt wird gewechselt (siehe kognitive Verzerrung).

Dieser zweiten Phase folgt dann, wie schon vorher beschrieben, die depressive Phase mit all ihren Symptomen und Gefahren, die zum Teil lebensbedrohlich sein können.

In Zeiten von Finanzkrisen schnellt die Suizidrate extrem nach oben. In Litauen und Griechenland z.B. gab es zwischen den Jahren 2007 und 2008 einen Anstieg um 17%. Im gleichen Zeitraum stieg auch die Rate von Irland um 13% an (http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736%2811%2961079-9/fulltext).

Lassen Sie sich unbedingt beraten und behandeln, wenn auch nur der kleinste Verdacht von Burnout aufkommt

Kontaktieren Sie uns

Fühlen Sie sich auch ausgebrannt, sollten Sie mit dem Thema nicht leichtfertig umgehen. Kontaktieren Sie unsere Praxis, damit wir gemeinsam einen Weg aus Ihrer aktuellen Siutation finden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Abschnitt keine ärztliche oder therapeutische Diagnose ersetzen kann und auch nicht will. Im Zweifel konsultieren Sie bitte Ihren behandelnden Arzt oder Therapeuten!

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Kontakt:
Ulrich Eckardt
Heilpraktiker für Psychotherapie
Hypnosis-Praxis
Tel.: 089 / 416 122 46
https://www.hypnosis-praxis.de

 Textname: Burnout Prävention und Therapie in München – Psychotherapie München

Bildnachweis:  Jorma Bork  / pixelio.de